Jedes Beispiel unten besteht aus drei Teilen: dem Originaltext, einer wörtlichen Glossierung, die zeigt, wie jedes Wort funktioniert, und einer natürlichen Übersetzung. Die Glossen verwenden einige Kurzkennzeichnungen, damit sie knapp bleiben. Du musst sie nicht auswendig lernen: dies ist ein Nachschlagewerk, zu dem du jederzeit zurückkehren kannst.
Person und Numerus · 1sg / 2sg / 3sg: erste / zweite / dritte Person Singular (ich, du, er/sie/es) · 1pl / 2pl / 3pl: erste / zweite / dritte Person Plural (wir, ihr, sie)
Genus und Kasus · m / f / n: maskulin / feminin / neutrum · sg / pl: Singular / Plural · m.sg: kombiniert: maskulin Singular (entsprechend auch f.pl, n.sg usw.) · NOM / ACC / GEN / DAT / INS / LOC: grammatische Kasus (Nominativ/Akkusativ/Genitiv/Dativ/Instrumental/Lokativ): welche Rolle das Wort im Satz spielt
Tempus und Aspekt · PRES: Präsens · PRET: Präteritum (ein abgeschlossenes Ereignis in der Vergangenheit) · IMPF: Imperfekt (eine andauernde oder gewohnheitsmäßige Situation in der Vergangenheit) · FUT: Futur · PERF: Perfekt (eine abgeschlossene Handlung mit Bezug zur Gegenwart) · PROG: Verlaufsform (laufende Handlung, z. B. bin gerade am Essen) · COND: Konditional (würde…)
Modus · IND: Indikativ (normale Aussage) · SUBJ: Konjunktiv/Subjunktiv (Unsicherheit, Wünsche, Zweifel) · IMP: Imperativ (Befehle) · INF: Infinitiv (Grundform: gehen, essen)
Sonstiges · REFL: reflexiv (Handlung auf sich selbst: mich, dich) · PERS: persönliches a (nur Spanisch: markiert ein menschliches direktes Objekt) · HON: Honorativ (besonders höfliche Form, häufig im Japanischen/Koreanischen) · TOP / SUB / OBJ: Topik- / Subjekt- / Objekt-Marker (Japanisch, Koreanisch) · CL: Klassifikator (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch: ein Zählwort für Nomen) · NEG: Negation
Die spanische Grundwortstellung ist Subjekt-Verb-Objekt (SVO), genau wie im Englischen. Allerdings ist Spanisch eine Pro-Drop-Sprache: Das Subjektpronomen wird meist weggelassen, weil die Verbendung bereits zeigt, wer die Handlung ausführt. Das Pronomen mit anzugeben dient der Betonung oder dem Kontrast. Die Wortstellung ist außerdem flexibler als im Deutschen oder Englischen: Subjekte können zur Hervorhebung hinter das Verb rücken, besonders bei intransitiven Verben oder in Fragen. Adverbien und Präpositionalphrasen lassen sich freier verschieben. Objektpronomen unterliegen jedoch festen Stellungsregeln (meist vor dem konjugierten Verb).
Spanische Artikel richten sich nach Genus (maskulin/feminin) und Numerus (Singular/Plural) des Nomens. Bestimmte Artikel ('der/die/das'): el (m.sg), la (f.sg), los (m.pl), las (f.pl). Unbestimmte Artikel ('ein/eine/einige'): un (m.sg), una (f.sg), unos (m.pl), unas (f.pl). Spanisch verwendet bestimmte Artikel häufiger als das Deutsche: bei abstrakten Nomen, Verallgemeinerungen, Sprachen nach den meisten Verben, Körperteilen und Titeln, wenn man über (nicht zu) jemandem spricht. Das neutrale 'lo' verbindet sich mit Adjektiven zu abstrakten Nomen (lo bueno = 'das Gute').
Subjekt: yo, tú/usted, él/ella, nosotros/-as, vosotros/-as (Spanien) oder ustedes (Lateinamerika), ellos/-as. Direktes Objekt: me, te, lo/la, nos, os, los/las. Indirektes Objekt: me, te, le, nos, os, les. Reflexiv: me, te, se, nos, os, se. Objektpronomen stehen vor dem konjugierten Verb, hängen sich aber an Infinitive, Gerundien und bejahte Imperative an. Treten direktes und indirektes Pronomen gemeinsam auf, kommt das indirekte zuerst; 'le/les' wird vor lo/la/los/las zu 'se'. Possessivpronomen: mi(s), tu(s), su(s), nuestro/-a(s), vuestro/-a(s), su(s); sie richten sich nach dem Besitz, nicht nach dem Besitzer.
Jedes Nomen ist maskulin oder feminin. Die meisten Nomen auf -o sind maskulin, die meisten auf -a feminin, aber es gibt Ausnahmen (la mano, el día, el problema). Nomen auf -ción, -sión, -dad, -tad sind in der Regel feminin; auf -ma (aus dem Griechischen) und -or meist maskulin. Adjektive müssen mit ihrem Nomen in Genus und Numerus übereinstimmen. Adjektive auf -o haben vier Formen (-o, -a, -os, -as); solche auf -e oder einen Konsonanten haben meist nur zwei Formen (Singular/Plural). Adjektive stehen normalerweise hinter dem Nomen, einige häufige (bueno, malo, grande) jedoch oft davor, manchmal in verkürzter Form.
Spanische Verben gehören je nach Infinitivendung zu einer von drei Gruppen: -ar (hablar), -er (comer), -ir (vivir). Jedes Tempus hat sechs Personal-/Numerusendungen: yo, tú, él/ella/usted, nosotros, vosotros, ellos/ustedes. Regelmäßige Verben streichen einfach die Infinitivendung und fügen die tempusspezifischen Endungen an. Wichtige unregelmäßige Verben, die du auswendig lernen musst: ser (sein: Identität), estar (sein: Zustand/Ort), tener (haben), ir (gehen), haber (Hilfsverb 'haben' für zusammengesetzte Zeiten; unpersönlich 'es gibt' als 'hay'). Viele Verben sind stammwechselnd (e>ie, o>ue, e>i) in betonten Silben, und viele haben eine unregelmäßige yo-Form.
Das Präsens Indikativ deckt aktuelle Handlungen, Gewohnheiten, allgemeine Wahrheiten und Pläne in der nahen Zukunft ab. Regelmäßige Endungen: -ar-Verben nehmen -o, -as, -a, -amos, -áis, -an; -er-Verben nehmen -o, -es, -e, -emos, -éis, -en; -ir-Verben nehmen -o, -es, -e, -imos, -ís, -en. Spanisch hat standardmäßig keine Verlaufsform mit Hilfsverb: 'hablo' deckt sowohl 'ich spreche' als auch 'ich bin gerade am Sprechen' ab, doch die Konstruktion 'estar + Gerundium' (estoy hablando) hebt die laufende Handlung hervor. Stammwechselnde Verben ändern sich in allen Formen außer nosotros/vosotros.
Spanisch hat zwei einfache Vergangenheitsformen mit einem entscheidenden aspektualen Unterschied. Das Präteritum (pretérito indefinido) bezeichnet abgeschlossene, abgegrenzte Ereignisse mit klarem Endpunkt: 'ich aß', 'sie kam an'. Das Imperfekt (imperfecto) bezeichnet andauernde, gewohnheitsmäßige oder beschreibende Vergangenheitszustände ohne festen Endpunkt: 'ich aß immer', 'sie war gerade am Ankommen', 'es regnete'. Das Imperfekt beschreibt Hintergrund, Alter, Uhrzeit, Wetter und andauernde Zustände; das Präteritum bringt die Erzählung mit konkret abgeschlossenen Ereignissen voran. Beide können im selben Satz auftreten: das Imperfekt setzt die Szene, das Präteritum bringt das Ereignis. Die Endungen des Imperfekts sind sehr regelmäßig; das Präteritum hat viele unregelmäßige Formen.
Spanisch hat zwei Möglichkeiten, über die Zukunft zu sprechen. Das synthetische Futur hängt die Endungen (-é, -ás, -á, -emos, -éis, -án) direkt an den vollständigen Infinitiv an: hablaré, comerás, vivirá. Eine Handvoll Verben verwendet unregelmäßige Stämme (tendré, haré, diré, pondré, saldré, vendré, podré, sabré, querré). Das periphrastische Futur nutzt 'ir a + Infinitiv' (voy a hablar = 'ich werde gleich sprechen') und ist in der gesprochenen Sprache für Pläne in der nahen Zukunft weitaus üblicher. Das synthetische Futur kann auch Wahrscheinlichkeit oder Vermutung über die Gegenwart ausdrücken ('¿Dónde estará?' = 'Wo mag er/sie wohl sein?').
Spanisch hat drei regelmäßige Konjugationsklassen, erkennbar an der Infinitivendung. Um zu konjugieren, streicht man -AR / -ER / -IR und fügt die Personalendung an. Die Präsensendungen sind das Fundament der Alltagssprache und die Grundlage vieler anderer Zeiten.
| Person | -AR (andar: gehen) | -ER (comer: essen) | -IR (vivir: leben) |
|---|---|---|---|
| yo | ando | como | vivo |
| tú | andas | comes | vives |
| él / ella / usted | anda | come | vive |
| nosotros/-as | andamos | comemos | vivimos |
| vosotros/-as | andáis | coméis | vivís |
| ellos / ellas / ustedes | andan | comen | viven |
Die yo-Form endet bei allen drei Klassen auf -o, und -ER und -IR teilen alle Endungen außer nosotros und vosotros (-emos / -éis vs. -imos / -ís). Subjektpronomen werden normalerweise weggelassen, weil die Endung die Person bereits angibt. Das Präsens steht für Handlungen jetzt ('siempre como a la una'), allgemeine Wahrheiten ('el agua hierve a cien grados') und sogar Pläne in der nahen Zukunft ('mañana viajo a Roma').
Achtung: vosotros ist die informelle Pluralform nur in Spanien; Lateinamerika verwendet ustedes für formelle und informelle Plural. Viele sehr häufige Verben (ser, ir, tener, hacer, decir, poder, querer, venir) sind unregelmäßig und müssen gesondert gelernt werden.
Das Verb querer ('wollen') ist unregelmäßig (es ist ein e - ie Stammwechselverb) und wird direkt von einem Infinitiv gefolgt, um den Wunsch auszudrücken, etwas zu tun. Keine Präposition verbindet die beiden Verben: einfach querer + INF. Dies ist eines der nützlichsten Muster für Anfänger beim Bestellen, bei Bitten und beim Ausdrücken von Wünschen.
| Person | querer (PRES IND) | + Infinitiv |
|---|---|---|
| yo | quiero | |
| tú | quieres | |
| él / ella / usted | quiere | andar / comer / vivir |
| nosotros/-as | queremos | |
| vosotros/-as | queréis | |
| ellos / ellas / ustedes | quieren |
Der Stammwechsel tritt in allen Formen außer nosotros und vosotros auf: ein Muster, das viele e - ie Verben teilen (pensar, empezar, entender, preferir). Im Präsens klingt querer bei Bitten leicht direkt; für Höflichkeit nimmt man das Konditional me gustaría + INF (siehe eigener Abschnitt) oder quisiera + INF ('ich möchte gerne...'). Man kann auch querer + a + Person verwenden, um 'jemanden lieben' auszudrücken: Te quiero = 'Ich liebe dich'.
Spanisch bildet ein periphrastisches 'werden'-Futur mit dem unregelmäßigen Verb ir ('gehen') + der Präposition a + einem Infinitiv. Dieses futuro próximo ist in der Alltagssprache für Pläne und Absichten weitaus häufiger als das einfache synthetische Futur (hablaré, comeré…).
| Person | ir (PRES IND) | + a + Infinitiv |
|---|---|---|
| yo | voy | |
| tú | vas | |
| él / ella / usted | va | a andar / a comer / a vivir |
| nosotros/-as | vamos | |
| vosotros/-as | vais | |
| ellos / ellas / ustedes | van |
Ir ist im Präsens vollständig unregelmäßig: auswendig lernen. Die Präposition a ist obligatorisch: niemals 'voy comer': immer 'voy a comer'. Wenn der Infinitiv selbst ir (gehen) ist, braucht man trotzdem a: 'Voy a ir al cine' ('Ich werde ins Kino gehen'): ja, zwei irs. Pronomen können entweder vor das konjugierte ir gestellt oder an den Infinitiv angehängt werden: 'Voy a verlo' = 'Lo voy a ver' ('Ich werde ihn sehen').
Fehler vermeiden: niemals verdoppeln: 'voy a ir' schreiben, NICHT 'voy a a ir'. Vergleich mit querer + INF (Wunsch) und dem synthetischen Futur (formeller / weniger unmittelbar).
Das spanische Perfekt, pretérito perfecto compuesto, wird mit dem Hilfsverb haber im Präsens + einem Partizip Perfekt gebildet. Es beschreibt vergangene Handlungen, deren Zeitrahmen noch mit der Gegenwart verbunden wirkt ('heute', 'diese Woche', 'jemals in meinem Leben'). In weiten Teilen Spaniens ist es die Standardvergangenheit für Ereignisse am selben Tag; in vielen Teilen Lateinamerikas ersetzt es oft das einfache Präteritum (comí, llegué).
| Person | haber (PRES) | + Partizip |
|---|---|---|
| yo | he | |
| tú | has | |
| él / ella / usted | ha | andado / comido / vivido |
| nosotros/-as | hemos | |
| vosotros/-as | habéis | |
| ellos / ellas / ustedes | han |
Regelmäßige Partizipien: -AR - -ado, -ER / -IR - -ido (andar - andado, comer - comido, vivir - vivido). Wichtige unregelmäßige Partizipien: abrir - abierto, decir - dicho, escribir - escrito, hacer - hecho, morir - muerto, poner - puesto, romper - roto, ver - visto, volver - vuelto, cubrir - cubierto, resolver - resuelto.
Nichts trennt Hilfsverb und Partizip: '¿Has visto la película?', niemals '¿Has la película visto?'. Das Partizip bleibt unveränderlich (immer -o); es richtet sich NICHT nach dem Subjekt. Falscher Freund: Dieses haber ist das Hilfsverb 'haben getan'. Um 'Ich habe ein Auto' (Besitz) zu sagen, benutzt man tener, niemals haber: 'Tengo un coche', NICHT 'He un coche'.
Gustar ('gefallen / angenehm sein') funktioniert im Vergleich zum deutschen 'mögen' umgekehrt: das Gemochte ist das grammatische Subjekt, und die Person steht im Dativ. In der höflichen Konditionalis-Form gustaría ('würde gefallen') bildet es eine sanfte, höfliche Bitte: 'Me gustaría + INF' = 'Ich würde gerne + Verb'.
| Dativobjektpronomen | + gustaría | + Infinitiv |
|---|---|---|
| me (mir) | gustaría | |
| te (dir, informell sg) | gustaría | |
| le (ihm/ihr/Ihnen) | gustaría | andar / comer / vivir |
| nos (uns) | gustaría | |
| os (euch, Spanien informell) | gustaría | |
| les (ihnen / Ihnen-pl) | gustaría |
Das Verb gustaría bleibt in der 3. Person Singular, wenn ein Infinitiv folgt (eine 'Sache', die gefällt: die Handlung). Wenn das Gemochte ein Plural-Nomen ist, wechselt man zu gustarían: 'Me gustarían dos cafés'. Zur Betonung oder Verdeutlichung kann man 'a + Person' vor das Pronomen stellen: 'A mí me gustaría…', 'A Juan le gustaría…'.
Me gustaría + INF verwendet man in höflichen Kontexten (Restaurants, Bitten, Hoffnungen ausdrücken). Es ist sanfter als das direkte quiero + INF ('Ich will…').
Spanisch markiert eine ausdrücklich laufende Handlung mit estar + Gerundium. Anders als im Englischen deckt das einfache Präsens bereits die Verlaufsbedeutung ab ('como' kann sowohl 'ich esse' als auch 'ich esse gerade' bedeuten), daher wird diese Konstruktion für Handlungen reserviert, die genau jetzt oder in einem bestimmten andauernden Zeitraum stattfinden.
| Person | estar (PRES) | + Gerundium |
|---|---|---|
| yo | estoy | |
| tú | estás | |
| él / ella / usted | está | andando / comiendo / viviendo |
| nosotros/-as | estamos | |
| vosotros/-as | estáis | |
| ellos / ellas / ustedes | están |
Gerundbildung: -AR - -ando (andar - andando, hablar - hablando); -ER / -IR - -iendo (comer - comiendo, vivir - viviendo). Rechtschreibänderungen: Wenn -iendo auf einen Vokal folgen würde, wird es zu -yendo (leer - leyendo, oír - oyendo, ir - yendo). Einige -IR Stammwechselverben wechseln e-i oder o-u im Gerundium (decir - diciendo, dormir - durmiendo, pedir - pidiendo).
Pronomen können entweder vor das konjugierte estar gestellt oder an das Ende des Gerundiums angehängt werden (dabei wird ein Akzent zur Beibehaltung des Wortakzents gesetzt): 'Lo estoy leyendo' = 'Estoy leyéndolo'. Nicht estar + Gerundium für geplante zukünftige Ereignisse verwenden wie im Englischen ('Ich fliege morgen' = 'Vuelo mañana', NICHT 'Estoy volando mañana').
Poder ('können / in der Lage sein / dürfen') ist ein o - ue Stammwechselverb, und wie querer folgt ihm direkt ein Infinitiv: keine Präposition. Es drückt Fähigkeit, Möglichkeit und (höflich) Erlaubnis oder Bitten aus.
| Person | poder (PRES IND) | + Infinitiv |
|---|---|---|
| yo | puedo | |
| tú | puedes | |
| él / ella / usted | puede | andar / comer / vivir |
| nosotros/-as | podemos | |
| vosotros/-as | podéis | |
| ellos / ellas / ustedes | pueden |
Wie bei allen o - ue Verben tritt der Stammwechsel in allen Formen außer nosotros und vosotros auf. Für höfliche Bitten verwendet man das Konditional podría + INF ('könnte man…?') statt des direkten Präsens: '¿Podrías ayudarme?' klingt netter als '¿Puedes ayudarme?'. Um zu sagen, dass jemand etwas nicht tun kann, stellt man no vor poder: 'No puedo venir hoy' ('Ich kann heute nicht kommen').
Poder drückt auch Spekulation aus ('puede que llueva' = 'es könnte regnen') und Erlaubnis ('¿Puedo pasar?' = 'Darf ich hereinkommen?'). Für die Bedeutung 'etwas beherrschen' (eine erlernte Fähigkeit) bevorzugt Spanisch saber + INF statt poder + INF: 'Sé nadar' ('Ich kann / beherrsche schwimmen'), nicht 'Puedo nadar' (was klingt wie 'Ich bin körperlich in der Lage, jetzt zu schwimmen').
Zwei infinite Formen erscheinen immer wieder in den oben genannten Konstruktionen: das Gerundium (verwendet mit estar für die Verlaufsform, und adverbial: 'salí corriendo') und das Partizip Perfekt (verwendet mit haber für zusammengesetzte Zeiten, und als Adjektiv: 'una puerta cerrada').
| Infinitivklasse | Gerundium (-end) | Partizip (Perfekt) |
|---|---|---|
| -AR (andar) | andando | andado |
| -ER (comer) | comiendo | comido |
| -IR (vivir) | viviendo | vivido |
Einige Besonderheiten bei Schreibung und Stammwechsel:
· -iendo - -yendo nach einem Vokal: leer - leyendo, oír - oyendo, traer - trayendo, ir - yendo. · -IR Stammwechselverben (e-i, o-u) behalten den Wechsel im Gerundium: pedir - pidiendo, dormir - durmiendo, sentir - sintiendo. · Unregelmäßige Partizipien (auswendig lernen): abrir - abierto, decir - dicho, escribir - escrito, hacer - hecho, morir - muerto, poner - puesto, romper - roto, ver - visto, volver - vuelto, cubrir - cubierto, resolver - resuelto.
Wenn das Partizip als Adjektiv verwendet wird (nach ser, estar oder ein Nomen modifizierend), stimmt es in Genus und Numerus überein: 'la puerta cerrada', 'los libros abiertos'. Nach haber in zusammengesetzten Zeiten bleibt es unveränderlich auf -o: 'he abierto la puerta', 'hemos escrito las cartas'.
Ein kurzer Überblick über die Fehler, die beim Spanischlernen immer wieder auftauchen. Jede Fehlerquelle verweist auf den entsprechenden Abschnitt weiter oben.
**1. vosotros vs. ustedes (regional). In Spanien ist die informelle Pluralform 'ihr' vosotros/-as mit eigenen Verbformen (-áis/-éis/-ís, auch Imperativ -ad/-ed/-id). In ganz Lateinamerika ist vosotros verschwunden: Man verwendet ustedes** für formelle und informelle Pluralformen, konjugiert in der 3. Person Plural. Einen Stil wählen und konsequent bleiben. Materialien für Spanien konjugieren vosotros; Materialien für Lateinamerika lassen es weg.
**2. haber vs. tener: beide übersetzen als 'haben'. Haber** ist NUR das Hilfsverb für zusammengesetzte Zeiten (he comido = 'Ich habe gegessen'). Für Besitz verwendet man tener (tengo un coche = 'Ich habe ein Auto'). 'He un coche' zu sagen ist ungrammatisch. Die einzige Stelle, wo haber 'es gibt' bedeutet, ist die unpersönliche Form hay (hay tres libros = 'Es gibt drei Bücher').
**3. ir a + INF: niemals doppeltes a. Das Muster ist ir + a + Infinitiv**. Wenn der Infinitiv mit a beginnt oder ir selbst ist, kein zweites a hinzufügen: 'voy a ir al cine' ✓ (nicht 'voy a a ir' ✗); 'voy a ayudarte' ✓.
4. Periphrastische Verben brauchen keine zusätzliche Präposition. querer, poder, deber, saber nehmen alle einen reinen Infinitiv: niemals 'quiero a comer' ✗ oder 'puedo de hablar' ✗. Nur ir verwendet a, tener verwendet que (tengo que estudiar = 'Ich muss lernen'), und acabar verwendet de (acabo de llegar = 'Ich bin gerade angekommen').
**5. Stammwechsel überspringt nosotros und vosotros. Bei querer (e-ie), poder (o-ue), pedir (e-i)** usw. behalten die wir- und ihr-Formen den Originalstamm: queremos / podemos / pedimos, NICHT quieremos ✗.
**6. Partizip Perfekt bleibt bei haber auf -o.** 'He comido' ✓, NICHT 'he comida' ✗ auch wenn das Subjekt weiblich ist. Kongruenz tritt nur auf, wenn das Partizip adjektivisch verwendet wird (nach ser/estar oder ein Nomen modifizierend).
7. Die Verlaufsform ist nicht immer nötig. Englisch verwendet 'I am eating' ständig; Spanisch bevorzugt das einfache Präsens como, außer wenn die Handlung wirklich als gerade jetzt laufend betont wird. Und estar + Gerundium nicht für Zukunftspläne verwenden ('Mañana vuelo a Roma' ✓, nicht 'Mañana estoy volando…' ✗).
Beide Verben bedeuten 'sein', sind aber nicht austauschbar. Ser drückt inhärente Identität, Eigenschaften, Herkunft, Beruf, Nationalität, Material, Besitz und Zeit/Datum aus: 'Soy médico', 'Es de España', 'Son las tres'. Estar drückt Ort, vorübergehende Zustände, Emotionen, Bedingungen und laufende Handlungen (mit dem Gerundium) aus: 'Estoy cansado', 'Está en casa', 'Estamos comiendo'. Manche Adjektive ändern ihre Bedeutung je nach Verb: 'ser aburrido' = langweilig sein, 'estar aburrido' = sich langweilen; 'ser listo' = klug sein, 'estar listo' = bereit sein. Der Gegensatz lautet: Wesen (ser) gegenüber Zustand oder Position (estar).
Die einfache Verneinung setzt 'no' direkt vor das konjugierte Verb: 'No hablo francés' = 'Ich spreche kein Französisch'. Objektpronomen stehen zwischen 'no' und dem Verb: 'No lo veo'. Anders als im Deutschen verwendet das Spanische doppelte (und dreifache) Verneinungen: Folgt ein Negationswort wie nunca, nadie, nada, ningún, tampoco auf das Verb, muss 'no' davor stehen. Steht das Negationswort vor dem Verb, entfällt 'no': 'Nunca como carne' = 'Nadie sabe'. Diese Häufung ist grammatisch vorgeschrieben und nicht emphatisch gemeint. 'Ni... ni...' bedeutet 'weder... noch...'.
Entscheidungsfragen (Ja/Nein) werden oft allein durch steigende Intonation gebildet, bei gleicher Wortstellung wie in einer Aussage: '¿Hablas español?'. Die Inversion (Verb-Subjekt) ist ebenfalls verbreitet, vor allem in der Schriftsprache: '¿Habla María español?'. Schriftliches Spanisch verwendet ein umgekehrtes Fragezeichen '¿' am Anfang und ein normales '?' am Ende. Ergänzungsfragen (W-Fragen) beginnen mit einem Fragewort, das immer einen schriftlichen Akzent trägt: qué (was), quién/quiénes (wer), dónde (wo), cuándo (wann), cómo (wie), por qué (warum), cuánto/-a/-os/-as (wie viel/viele), cuál/cuáles (welcher). Subjektpronomen können in W-Fragen dem Verb folgen.
Nomen, die auf einen unbetonten Vokal enden, fügen -s an: libro > libros, casa > casas. Nomen, die auf einen Konsonanten oder einen betonten Vokal enden, fügen -es an: papel > papeles, rey > reyes, café > cafés (manche akzeptieren nur -s). Nomen auf -z wandeln z zu c und fügen -es an: luz > luces, pez > peces. Nomen, die in einer unbetonten letzten Silbe auf -s enden, ändern sich im Plural nicht: el lunes > los lunes, la crisis > las crisis. Beim Hinzufügen einer Pluralendung müssen schriftliche Akzente manchmal angepasst werden, um das Betonungsmuster zu erhalten: examen > exámenes, joven > jóvenes.
Reflexive Verben verlangen ein Pronomen (me, te, se, nos, os, se), das sich auf das Subjekt zurückbezieht. Die Infinitivform endet auf -se: llamarse, levantarse, lavarse. Viele beschreiben tägliche Routinen und Zustandsänderungen: 'Me levanto a las siete' = 'Ich stehe um sieben auf'. Andere sind in ihrer Form von Natur aus reflexiv (quejarse, atreverse). Verben vom Typ 'gustar' sind nicht streng reflexiv, folgen aber einem ähnlichen Objektpronomenmuster: Das, was gefällt, ist das grammatische Subjekt, und die Person steht im Dativ ('Me gusta el café' wörtlich = 'Kaffee gefällt mir'). Das Reflexivpronomen steht vor dem konjugierten Verb oder hängt sich an Infinitive/Gerundien an.
Wenn das direkte Objekt eines Verbs eine bestimmte Person ist (oder ein personifiziertes Wesen, einschließlich Haustieren), fügt das Spanische die Präposition 'a' davor ein. Dieses 'persönliche a' hat keine deutsche Entsprechung und wird nicht übersetzt. Vergleiche: 'Veo la casa' (Ich sehe das Haus) gegenüber 'Veo a María' (Ich sehe María). Es wird bei bestimmten Personen, mit Namen versehenen Haustieren und personifizierten Wesen oder Gruppen verwendet; bei unbestimmten oder unspezifischen Personen nach 'tener' wird es meist weggelassen ('Tengo dos hermanos'). Auch Fragewörter, die sich auf Personen beziehen, verlangen es: '¿A quién buscas?'. Mit 'el' verschmilzt 'a' zu 'al'.