Jedes Beispiel unten besteht aus drei Teilen: dem Originaltext, einer wörtlichen Glossierung, die zeigt, wie jedes Wort funktioniert, und einer natürlichen Übersetzung. Die Glossen verwenden einige Kurzkennzeichnungen, damit sie knapp bleiben. Du musst sie nicht auswendig lernen — dies ist ein Nachschlagewerk, zu dem du jederzeit zurückkehren kannst. Person und Numerus · 1sg / 2sg / 3sg — erste / zweite / dritte Person Singular (ich, du, er/sie/es) · 1pl / 2pl / 3pl — erste / zweite / dritte Person Plural (wir, ihr, sie) Genus und Kasus · m / f / n — maskulin / feminin / neutrum · sg / pl — Singular / Plural · m.sg — kombiniert: maskulin Singular (entsprechend auch f.pl, n.sg usw.) · NOM / ACC / GEN / DAT / INS / LOC — grammatische Kasus (Nominativ/Akkusativ/Genitiv/Dativ/Instrumental/Lokativ) — welche Rolle das Wort im Satz spielt Tempus und Aspekt · PRES — Präsens · PRET — Präteritum (ein abgeschlossenes Ereignis in der Vergangenheit) · IMPF — Imperfekt (eine andauernde oder gewohnheitsmäßige Situation in der Vergangenheit) · FUT — Futur · PERF — Perfekt (eine abgeschlossene Handlung mit Bezug zur Gegenwart) · PROG — Verlaufsform (laufende Handlung, z. B. bin gerade am Essen) · COND — Konditional (würde…) Modus · IND — Indikativ (normale Aussage) · SUBJ — Konjunktiv/Subjunktiv (Unsicherheit, Wünsche, Zweifel) · IMP — Imperativ (Befehle) · INF — Infinitiv (Grundform: gehen, essen) Sonstiges · REFL — reflexiv (Handlung auf sich selbst: mich, dich) · PERS — persönliches a (nur Spanisch — markiert ein menschliches direktes Objekt) · HON — Honorativ (besonders höfliche Form, häufig im Japanischen/Koreanischen) · TOP / SUB / OBJ — Topik- / Subjekt- / Objekt-Marker (Japanisch, Koreanisch) · CL — Klassifikator (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch — ein Zählwort für Nomen) · NEG — Negation
Französisch folgt der Wortstellung Subjekt-Verb-Objekt, genau wie das Englische: Marie mange une pomme. Adjektive stehen meist nach dem Nomen (une voiture rouge), wobei häufige kurze Adjektive (petit, grand, bon, beau, jeune, vieux) davor stehen (un petit chien). Häufigkeits- und Modaladverbien folgen typischerweise dem konjugierten Verb: Il parle bien. Entscheidend ist: Ist das Objekt ein Pronomen, rückt es VOR das konjugierte Verb: Je le vois (nicht „Je vois le"). In zusammengesetzten Zeiten stehen Pronomen vor dem Hilfsverb: Je l'ai vu.
Jedes Nomen ist maskulin oder feminin und nimmt einen passenden Artikel. Bestimmt: le (m), la (f), l' (vor Vokal/h), les (Plural). Unbestimmt: un (m), une (f), des (Plural). Der Teilungsartikel drückt „etwas" eines Unzählbaren aus: du (m), de la (f), de l' (Vokal), des (Plural) — verwendet bei Speisen, Getränken, abstrakten Eigenschaften: Je bois du café. Nach einer Verneinung werden Teilungsartikel zu de: Je ne bois pas de café. Die Präpositionen à und de verschmelzen mit le/les: à + le = au, à + les = aux, de + le = du, de + les = des. Sie verschmelzen NICHT mit la oder l'.
Subjektpronomen: je, tu, il/elle/on, nous, vous, ils/elles. Verwende tu für eine vertraute Person, vous für Plural oder formellen Singular. Direktes Objekt (Akkusativobjekt): me, te, le/la, nous, vous, les. Indirektes Objekt (an/für jemanden): me, te, lui, nous, vous, leur. Reflexiv: me, te, se, nous, vous, se. Objektpronomen stehen vor dem Verb. Betonte/disjunktive Pronomen (moi, toi, lui, elle, nous, vous, eux, elles) erscheinen nach Präpositionen, isoliert oder zur Hervorhebung: Avec moi. Moi, je pense que… Auch die Pronomen y (dort/dorthin) und en (davon/welche) stehen vor dem Verb.
Jedes Nomen hat ein Genus, das man sich merken muss. Häufige feminine Endungen: -tion, -té, -ée, -ie, -ure, -ence. Häufige maskuline Endungen: -age, -ment, -eau, -isme, -ier. Adjektive richten sich in Genus und Numerus nach dem Nomen, das sie modifizieren. Übliches Muster: -e für feminin, -s für Plural, -es für femininer Plural. Viele Adjektive haben unregelmäßige Femininformen: beau → belle, vieux → vieille, blanc → blanche, heureux → heureuse, sportif → sportive. Adjektive, die im Maskulinum auf -e enden, ändern sich im Femininum nicht (rouge → rouge). Adjektive folgen normalerweise dem Nomen, mit Ausnahme der häufigen kurzen (Merkhilfe BAGS im Englischen: Beauty/Schönheit, Age/Alter, Goodness/Güte, Size/Größe).
Französische Verben gliedern sich nach der Infinitivendung in drei regelmäßige Gruppen. -er-Verben (parler) sind die größte und vorhersehbarste Gruppe. Die -ir-Verben teilen sich auf: regelmäßige wie finir fügen im Plural -iss- ein (nous finissons), während andere wie partir, sortir einem anderen Muster folgen. -re-Verben (vendre, attendre) sind seltener und meist regelmäßig. Vier unregelmäßige Verben sind unverzichtbar und werden überall gebraucht: être (sein), avoir (haben), aller (gehen), faire (machen/tun). Lerne ihre Formen früh — sie dienen auch als Hilfsverben (être/avoir für zusammengesetzte Zeiten) und als Grundlage gängiger Wendungen (faire chaud, avoir faim, aller bien).
Das Präsens deckt das englische „I do", „I am doing" und „I have been doing" (mit depuis) ab — im Deutschen entspricht es „ich mache" und auch der Verlaufsbedeutung. Regelmäßige -er-Verben: -er weglassen und -e, -es, -e, -ons, -ez, -ent anhängen (parle, parles, parle, parlons, parlez, parlent — die drei Singularformen und die 3pl klingen alle gleich). Regelmäßige -ir-Verben vom Typ finir: -is, -is, -it, -issons, -issez, -issent. Regelmäßige -re-Verben: -s, -s, –, -ons, -ez, -ent. Das Präsens wird auch für unmittelbar bevorstehende Pläne verwendet (Je pars demain) und mit depuis für andauernde Situationen, die in der Vergangenheit begannen: J'habite ici depuis 2010 = „Ich wohne seit 2010 hier."
Das Passé composé berichtet abgeschlossene Ereignisse: Hilfsverb (avoir bei den meisten Verben; être bei etwa 15 Bewegungs-/Zustandsverben und allen reflexiven Verben) + Partizip Perfekt. -er → -é, -ir → -i, -re → -u; viele Unregelmäßigkeiten (faire→fait, voir→vu, prendre→pris). Mit être kongruiert das Partizip mit dem Subjekt (Elle est allée). Das Imparfait beschreibt andauernde/gewohnheitsmäßige Zustände in der Vergangenheit oder Hintergrundinformationen: Bei der nous-Form des Präsens das -ons weglassen und -ais, -ais, -ait, -ions, -iez, -aient anhängen. Verwende das Imparfait für Beschreibungen („es regnete", „ich pflegte zu …") und das Passé composé für das, was als Nächstes geschah.
Es gibt zwei Möglichkeiten, über die Zukunft zu sprechen. Das „futur proche" (nahe Zukunft) = aller (Präsens) + Infinitiv — verwendet für Pläne und bevorstehende Handlungen, sehr verbreitet in der gesprochenen Sprache: Je vais manger. Das „futur simple" ist eine einwortige Form, die auf dem Infinitiv aufbaut (bei -re-Verben das letzte -e weglassen) + die Endungen -ai, -as, -a, -ons, -ez, -ont. Unregelmäßige Stämme müssen gelernt werden: être→ser-, avoir→aur-, aller→ir-, faire→fer-, venir→viendr-, voir→verr-, pouvoir→pourr-. Das futur simple bevorzugt man bei entfernter, formeller oder hypothetischer Zukunft und es ist nach quand mit Zukunftsbezug verpflichtend: Quand il arrivera…
Die französische Verneinung umklammert das konjugierte Verb mit zwei Teilen: ne (n' vor Vokal) vor dem Verb und ein zweites Wort danach. Pas = nicht (Standard); jamais = nie; rien = nichts; plus = nicht mehr; personne = niemand; aucun(e) = kein/keine. In zusammengesetzten Zeiten umschließen beide Teile das Hilfsverb: Je n'ai pas mangé. Personne folgt jedoch dem Partizip: Je n'ai vu personne. Nach der Verneinung werden unbestimmte und teilende Artikel (un, une, des, du, de la) zu de: Je n'ai pas de voiture. In der Umgangssprache wird das „ne" oft weggelassen: J'sais pas.
Drei Register für Ja-/Nein-Fragen. (1) Intonation — Aussagesatzstellung beibehalten, Tonhöhe heben: Tu viens ? (umgangssprachlich). (2) Est-ce que am Satzanfang, keine weiteren Änderungen: Est-ce que tu viens ? (neutral). (3) Inversion — Verb-Subjekt mit Bindestrich: Viens-tu ? (formell); in der 3. Person Singular auf Vokal wird -t- eingeschoben: A-t-il fini ? Fragewörter (qui, que, où, quand, pourquoi, comment, combien) kombinieren sich damit: Où est-ce que tu vas ? / Où vas-tu ? / Tu vas où ? „Qu'est-ce que" = „was" als direktes Objekt; „qu'est-ce qui" = „was" als Subjekt.
Die Standard-Pluralendung ist -s, die geschrieben, aber nicht ausgesprochen wird: un livre → des livres. Nomen auf -s, -x, -z bleiben unverändert: un nez → des nez. Nomen auf -au, -eau, -eu nehmen -x: un bateau → des bateaux. Die meisten Nomen auf -al werden zu -aux: un cheval → des chevaux (Ausnahmen: bal, festival → -als). Die meisten Nomen auf -ou nehmen -s, aber sieben nehmen -x (bijou, caillou, chou, genou, hibou, joujou, pou). Da die Pluralendung meist stumm ist, verlassen sich Hörende auf den Artikel (le/les, un/des), um den Numerus zu erkennen — der Artikel trägt also entscheidende Information.
Ein reflexives Verb wird mit einem Reflexivpronomen konjugiert, das zum Subjekt passt: me, te, se, nous, vous, se. Viele beschreiben tägliche Routinen oder Handlungen, die man an sich selbst vollzieht: se lever (aufstehen), se laver (sich waschen), se brosser les dents (sich die Zähne putzen), s'habiller (sich anziehen), se coucher (ins Bett gehen). Andere sind nur formal reflexiv, nicht aber in der Bedeutung: s'appeler (heißen), se souvenir (sich erinnern), s'amuser (Spaß haben). Im Passé composé verwenden reflexive Verben IMMER être als Hilfsverb, und das Partizip kongruiert in der Regel mit dem Subjekt: Elle s'est levée tôt.
Elision: Bestimmte einsilbige Wörter, die auf -e oder -a enden, lassen diesen Vokal weg und nehmen einen Apostroph, wenn das nächste Wort mit einem Vokal oder stummem h beginnt: le + ami → l'ami; je + ai → j'ai; ne + est → n'est; que + il → qu'il; si + il → s'il (nur mit il/ils). Liaison: Ein normalerweise stummer auslautender Konsonant wird ausgesprochen und mit dem folgenden Wort verbunden, wenn dieses mit einem Vokal oder stummem h beginnt. Häufige obligatorische Liaisons: nach Determinativen (les_amis, mon_ami, un_homme), Pronomen (nous_avons, vous_êtes) und kurzen Adjektiven vor dem Nomen (petit_ami). s und x werden zu /z/, d wird zu /t/, f wird zu /v/ in „neuf ans/heures".