Hindi Wesentliche Grammatik

In diesem Leitfaden verwendete Abkürzungen

Jedes Beispiel unten besteht aus drei Teilen: dem Originaltext, einer wörtlichen Glosse, die erklärt, wie jedes Wort funktioniert, und einer natürlichen Übersetzung. Die Glossen verwenden einige Kurzbezeichnungen, damit sie kompakt bleiben. Diese müssen nicht auswendig gelernt werden — dieser Abschnitt dient als Nachschlagewerk.

Person und Numerus · 1sg / 2sg / 3sg — erste / zweite / dritte Person Singular (ich, du/Sie, er/sie/es) · 1pl / 2pl / 3pl — erste / zweite / dritte Person Plural (wir, ihr/Sie, sie)

Genus · M / F — Maskulinum / Femininum · sg / pl — Singular / Plural · M.sg — kombiniert: Maskulinum Singular (entsprechend auch F.pl usw.)

Kasus und Postpositionen · DIR — Direktkasus (Subjekt intransitiver/habitueller Verben, Zitierform) · OBL — Obliquus (Nominalform vor einer Postposition) · ERG — Ergativmarker ne (markiert den Agens eines perfektiven transitiven Verbs) · DAT/ACC — Dativ-/Akkusativpostposition ko (markiert Empfänger und bestimmte definite Objekte) · GEN — Genitivpostposition kā/ke/kī (Besitz, 'von') · INS/ABL — Instrumental-/Ablativpostposition se ('von', 'durch', 'mit') · LOC — Lokativpostpositionen meṁ ('in/bei') und par ('auf/an')

Tempus und Aspekt · HAB — Habitualis (Präsens oder Vergangenheit: 'liest jeden Tag', 'las früher') · PROG — Progressiv (laufende Handlung: 'liest gerade') · PERF — Perfektiv (abgeschlossene Handlung) · FUT — Futur · INF — Infinitiv / Verbalnomen (die -nā-Form: paṛhnā 'lesen')

Höflichkeitsstufen · INT — intime Anrede (sehr informell, enge Familie oder Tiere) · FAM — vertraute Anrede tum (Freunde, jüngere Personen) · HON — ehrerbietige Anrede āp (Fremde, Ältere, formelle Kontexte)

Sonstiges · NEG — Negation · SOV — Subjekt–Objekt–Verb-Wortstellung · AUX — Hilfsverb · AGR — Kongruenz (Verb kongruiert mit Subjekt oder Objekt in Genus/Numerus) · M.F. — Bezeichnung, welche Genusform in einem Beispiel verwendet wird

Devanagari-Schrift

Hindi wird in der Devanagari-Schrift geschrieben, einer Abugida — einem System, bei dem jedes Grundsymbol einen Konsonanten mit einem inhärenten Kurzvokal a (dem sogenannten Schwa) darstellt. Um nach dem Konsonanten einen anderen Vokal zu schreiben, hängt man ein diakritisches Zeichen an, das Matra heißt; um gar keinen Vokal (also einen bloßen Konsonanten) zu schreiben, hängt man ein kleines Zeichen namens Halant (्) an. Jede Silbe hängt an einer waagerechten Linie, dem Mātrā-Shar, der oben durch das Wort verläuft.

Der inhärente Vokal. Das Konsonantenzeichen क allein wird ka gelesen (nicht nur k). Wenn eine Vokal-Matra angehängt wird — z. B. ि (i) — ergibt sich ki. Mit Halant ् ergibt sich bloßes k.

Vokalzeichen vs. Matras. Vokale haben zwei Formen: ein eigenständiges Zeichen, das am Silbenanfang steht (अ, आ, इ …), und eine Matra-Form, die an einen vorangehenden Konsonanten gehängt wird (ा, ि, ी …). Das eigenständige Vokalzeichen अ (a) hat keine Matra — das Fehlen jeder Matra bedeutet, dass der inhärente a-Laut vorhanden ist.

Konsonantenkombinationen. Wenn zwei Konsonanten ohne Vokal dazwischen aufeinandertreffen, verbinden sie sich zu einem Verbundzeichen (संयुक्त अक्षर). Häufige Verbundzeichen sind क्त (kta), स्त (sta), ट्ट (ṭṭa). Lernende sollten die Formen der gebräuchlichsten erkennen können.

Nuqta-Punkt. Hindi übernimmt Laute aus dem Persischen und Englischen, die im einheimischen Sanskrit-Lautbestand nicht vorhanden sind. Ein kleiner Punkt unter einem Konsonanten, das Nuqta (़), kennzeichnet diese entlehnten Laute: क़ (q), ख़ (x/kh), ग़ (ġ), ज़ (z), फ़ (f). In informellen Texten wird das Nuqta oft weggelassen, in formellen und literarischen Texten unterscheidet es beispielsweise बाज़ार (bāzār, Markt) vom unveränderten Buchstaben.

  • क → का, कि, की, कु, कू, के, कै, को, कौ — ka + Matras: kā, ki, kī, ku, kū, ke, kai, ko, kau
    der Konsonant ka mit neun verschiedenen angehängten Vokal-Matras
  • क् (halant) = bare k, no vowel — k (nur Konsonant)
    das Halant unterdrückt das inhärente 'a'
  • ज़ vs ज — z (mit Nuqta) vs j (ohne)
    der Nuqta-Punkt wandelt j in z um, für entlehnte Wörter wie ज़रूरी (zarūrī, notwendig)

Devanagari-Referenztabelle

Die folgenden Tabellen listen die Devanagari-Vokale und Konsonanten mit ihrer IAST-Romanisierung (dem in diesem Leitfaden verwendeten Wissenschaftsstandard), einer ungefähren Aussprache und einem Beispielwort. IAST verwendet diakritische Zeichen: ein Makron für lange Vokale (ā = langes a), Unterpunkte für retroflex Laute (ṭ, ḍ, ṇ, ṣ) und ṁ/ṃ für Nasalierung.

Vokale (eigenständiges Zeichen | IAST | ungefährer Laut)

ZeichenIASTLautBeispiel
akurzes 'u' wie in 'und'अब (ab, jetzt)
ālanges 'a' wie in 'Vater'आम (ām, Mango)
ikurzes 'i' wie in 'mit'इधर (idhar, hier)
īlanges 'ie' wie in 'Tier'ईमान (īmān, Ehrlichkeit)
ukurzes 'u' wie in 'und'उम्र (umr, Alter)
ūlanges 'u' wie in 'Uhr'ऊपर (ūpar, oben)
e'e' wie in 'See' (lang)एक (ek, eins)
ai'ei' wie in 'Eis'ऐसा (aisā, so)
o'o' wie in 'Ofen'ओर (or, Seite)
au'au' wie in 'Haus'औरत (aurat, Frau)
अंaṁnasalierter Vokalअंदर (andar, innen)
अःaḥleichte Aspiration (im Standard-Hindi selten)

Konsonanten (Zeichen | IAST | Lauthinweis)

ZeichenIASTLauthinweis
k'k' wie in 'Skala' (nicht aspiriert)
kh'k' mit einem Hauch
g'g' wie in 'gut'
gh'g' mit einem Hauch
nasales ng (selten eigenständig)
c'tsch' wie in 'Tschüss' (nicht aspiriert)
ch'tsch' mit Aspiration
j'dsch' wie in 'Dschungel'
jh'dsch' mit Aspiration
ñpalataler Nasal (selten eigenständig)
retroflexes t (Zunge nach hinten gebogen)
ṭhretroflexes t, aspiriert
retroflexes d
ḍhretroflexes d, aspiriert
retroflexes n
tdentales t (weicher als deutsches t)
thdentales t, aspiriert
ddentales d
dhdentales d, aspiriert
n'n' wie in 'Nacht'
p'p' wie in 'Spaß' (nicht aspiriert)
ph'p' mit Aspiration
b'b' wie in 'Ball'
bh'b' mit Aspiration
m'm' wie in 'Mann'
y'j' wie in 'Jahr'
rleicht getipptes 'r'
l'l' wie in 'Licht'
vzwischen 'w' und 'v'
ś'sch' wie in 'Schiff'
retroflexes sch
s's' wie in 'Sonne'
h'h' wie in 'Haus'

Entlehnte Konsonanten (mit Nuqta)

ZeichenIASTLaut
क़qhinteres 'k' (Arabisch/Urdu)
ख़xwie 'ch' im deutschen 'Bach'
ग़ġstimmhafte Version von ख़
ज़z'z' wie in 'Zoo'
फ़f'f' wie in 'Fisch'
  • नमस्ते — na-ma-ste [nəməste]
    Hallo / Grüß Gott (wörtlich: 'Ich verbeuge mich vor dir')
  • किताब — ki-tā-b [kitāb]
    Buch (die ि-Matra an क ergibt ki; die ा-Matra an त ergibt tā)
  • ज़रूरी — za-rū-rī [zarūrī]
    notwendig (Nuqta an ज ergibt z, aus dem Arabischen/Urdu entlehnt)

Wortstellung (SOV)

Hindi ist eine Subjekt–Objekt–Verb-Sprache (SOV): Das Verb steht am Ende des Satzes. Dies ist der grundlegendste strukturelle Unterschied zum Deutschen. Adverbien und adverbiale Phrasen stehen ebenfalls vor dem Verb, sodass ein typischer Hindi-Satz so aussieht: Zeit + Subjekt + Objekt + Verb. Da die Wortstellung weniger frei ist als im Russischen oder Lateinischen (sie trägt durchaus Informationen über den Fokus), sollte man auf der Stufe A0–B1 generell bei SOV bleiben.

Grundregeln: · Das Hauptverb steht immer am Ende (oder nahezu am Ende, nur vor einem Hilfsverb). · Postpositionen folgen ihrem Nomen (es sind Post-positionen, keine Präpositionen). · Adjektive stehen wie im Deutschen vor dem Nomen. · Relativsätze stehen vor dem Nomen, das sie näher bestimmen. · Fragewörter stehen an derselben Position wie das Wort, das sie ersetzen (keine Inversion).

Keine Artikel. Hindi hat keine Entsprechungen für 'ein', 'eine' oder 'der/die/das'. Ein Nomen wie किताब (kitāb) kann je nach Kontext 'ein Buch', 'das Buch' oder 'Bücher' bedeuten. Bestimmtheit wird durch die Demonstrativpronomen यह (yah, 'dies/das Nahe') und वह (vah, 'das/das Entfernte') oder schlicht durch den Kontext ausgedrückt.

  • मैं किताब पढ़ता हूँ। — ich(1sg) Buch(DIR) lese(HAB.M.sg) AUX(1sg)
    Ich lese Bücher. / Ich lese ein Buch.
  • वह बाज़ार जाती है। — sie(3sg) Markt(DIR) geht(HAB.F.sg) AUX(3sg)
    Sie geht auf den Markt.
  • कल हम दिल्ली जाएँगे। — morgen wir(1pl) Delhi(DIR) gehen(FUT.1pl)
    Morgen werden wir nach Delhi fahren.

Genus

Jedes Hindi-Nomen ist entweder maskulin oder feminin. Ein Neutrum gibt es nicht. Das Genus beeinflusst die Adjektivendungen, die Verbkongruenz im Perfektiv und anderen Konstruktionen sowie die Formen der Genitivpostposition.

Genus anhand der Endungen erkennen. Die zuverlässigste Regel gilt für belebte Nomen und viele unbelebte: · Die meisten Nomen, die im Direktkasus Singular auf (ा) enden, sind maskulin: लड़का (laṛkā, Junge), कमरा (kamrā, Zimmer), घोड़ा (ghoṛā, Pferd). · Die meisten Nomen, die auf (ी) oder -i (ि) enden, sind feminin: लड़की (laṛkī, Mädchen), नदी (nadī, Fluss), रोटी (roṭī, Fladenbrot). · Nomen, die auf einen Konsonanten enden, können beiden Genera angehören: काम (kām, Arbeit) ist maskulin; रात (rāt, Nacht) ist feminin. Diese müssen einzeln gelernt werden.

Pluralformen. Maskuline -ā-Nomen wechseln im Direktplural (sowie im Obliquus Singular/Plural) zu -e: लड़का → लड़के (laṛke, Jungen). Feminine -ī-Nomen erhalten im Direktplural -yāṁ: लड़की → लड़कियाँ (laṛkiyāṁ, Mädchen). Feminine konsonantisch auslautende Nomen erhalten -eṁ: रात → रातें (rāteṁ, Nächte).

Adjektivkongruenz. Adjektive, die auf enden, kongruieren mit ihrem Nomen: अच्छा लड़का (acchā laṛkā, guter Junge, M.sg), अच्छी लड़की (acchī laṛkī, gutes Mädchen, F.sg), अच्छे लड़के (acche laṛke, gute Jungen, M.pl). Adjektive, die auf einen Konsonanten enden (wie सुंदर, sundar, schön), verändern sich nicht.

  • बड़ा कमरा / बड़ी रसोई — groß(M.sg) Zimmer(M) / groß(F.sg) Küche(F)
    ein großes Zimmer / eine große Küche
  • लड़का → लड़के (pl), लड़की → लड़कियाँ (pl) — Junge → Jungen (M), Mädchen → Mädchen (F)
    maskulines -ā → -e im Plural; feminines -ī → -iyāṁ im Plural
  • अच्छा खाना / अच्छी चाय — gut(M.sg) Essen(M) / gut(F.sg) Tee(F)
    gutes Essen / guter Tee

Postpositionen

Wo das Deutsche Präpositionen vor Nomen verwendet (in, auf, zu, von), benutzt Hindi Postpositionen, die dem Nomen folgen. Vor jeder Postposition muss das Nomen seinen Obliquus annehmen (siehe Abschnitt zum Obliquuskasus). Die wichtigsten Postpositionen sind:

PostpositionIASTBedeutung / Verwendung
का / के / कीkā / ke / kīBesitz ('von', 'gehört zu'); kongruiert mit dem BESESSENEN Nomen in Genus/Numerus
कोkoDativ ('für', 'an'); markiert auch definite/belebte direkte Objekte
सेseAblativ/Instrumental ('von', 'durch', 'mit' für Werkzeuge)
मेंmeṁLokativ 'in', 'bei' (geschlossener Raum oder abstrakter Bereich)
परparLokativ 'auf', 'an' (Oberfläche oder Punkt)
के लिएke lie'für', 'um zu'
तकtak'bis', 'bis zu', 'so weit wie'
के साथke sāth'mit', 'zusammen mit' (Begleitung)

Genitivkongruenz. Der Genitiv का/के/की ist besonders: Er kongruiert mit dem Nomen, das BESESSEN wird (nicht mit dem Besitzer). steht bei einem maskulinen Singular-Besessenen, ke bei maskulinem Plural oder Obliquus, bei Femininum.

ko als Akkusativ. Wenn das direkte Objekt definit oder belebt ist, erhält es ko. Unbelebte indefinite Objekte stehen meist ohne Postposition.

  • राम का घर / राम की बहन — Ram GEN(M.sg) Haus(M) / Ram GEN(F.sg) Schwester(F)
    Rams Haus / Rams Schwester
  • मैं दिल्ली से आया हूँ। — ich(1sg) Delhi INS/ABL kommen(PERF.M.sg) AUX(1sg)
    Ich bin aus Delhi gekommen.
  • मेज़ पर किताब है। — Tisch(OBL) LOC(par) Buch(DIR) sein(3sg.PRÄS)
    Das Buch liegt auf dem Tisch.
  • मुझे पानी चाहिए। — mir(DAT/ko-Form) Wasser(DIR) brauchen/wollen
    Ich möchte/brauche Wasser.

Obliquuskasus

Hindi-Nomen haben zwei Hauptkasusformen: den Direktkasus (für Subjekte und nackte Objekte) und den Obliquus (vor jeder Postposition). Vor einer Postposition steht das Nomen immer im Obliquus — die Postposition kann nicht an die Direktform angehängt werden.

Obliquusformen: · Maskuline Singular -Nomen: Direktform लड़का (laṛkā) → Obliquus लड़के (laṛke). Dies ist identisch mit dem Direktplural, aber der Kontext unterscheidet beide. · Maskuliner Plural: Direktform लड़के (laṛke) → Obliquus लड़कों (laṛkoṁ) mit nasaler Endung. · Feminine Singular -Nomen: Direktform und Obliquus Singular sind identisch: लड़की (laṛkī). · Femininer Plural: Direktform लड़कियाँ (laṛkiyāṁ) → Obliquus लड़कियों (laṛkiyoṁ). · Konsonantisch auslautende Nomen verändern sich im Singular-Obliquus im Allgemeinen nicht, erhalten aber im Plural-Obliquus -oṁ.

Obliquusformen der Pronomen. Auch Personalpronomen haben Obliquusformen: मैं (ich) → मुझ (vor ko → मुझे), हम (wir) → हम, तुम (du FAM) → तुम, आप (Sie HON) → आप, वह (er/sie/es) → उस, यह (dies) → इस, वे (sie pl) → उन, ये (diese) → इन.

  • लड़के को किताब दो। — Junge(OBL.M.sg) DAT Buch(DIR) geben(IMP)
    Gib dem Jungen das Buch.
  • घर में कोई नहीं है। — Haus(OBL) LOC(meṁ) jemand NEG sein(3sg)
    Es ist niemand zu Hause.
  • उस लड़की की किताब — jenes(OBL.F.sg) Mädchen(OBL.F.sg) GEN(F) Buch(DIR.F)
    das Buch jenes Mädchens

Ergativkonstruktion (ne)

Dies ist das markanteste — und für Lernende europäischer Sprachen oft herausforderndste — Merkmal des Hindi. Bei perfektiven transitiven Sätzen (abgeschlossene Handlungen mit einem Objekt) erhält der Agens (die handelnde Person) die Postposition ne (ने), und das Verb kongruiert mit dem Objekt in Genus und Numerus, NICHT mit dem Subjekt.

Wann ne verwendet wird: · Das Verb ist perfektiv (abgeschlossene Handlung). · Das Verb ist transitiv (es hat oder impliziert ein direktes Objekt). · Das Subjekt-artige Agens erhält ne und steht grammatisch gesehen im Obliquus.

Verbkongruenz in ne-Konstruktionen. Wenn das direkte Objekt keine Postposition hat (nacktes direktes Objekt), kongruiert das Verb mit ihm. Wenn das Objekt ko oder eine andere Postposition hat, steht das Verb standardmäßig im Maskulinum Singular (eine Art Default-Kongruenz, wenn kein Ziel verfügbar ist).

Der ne-Marker ist unveränderlich — er wechselt seine Form nie. Das Agens-Nomen vor ihm steht im Obliquus.

  • राम ने किताब पढ़ी। — Ram ERG Buch(DIR.F.sg) lesen(PERF.F.sg)
    Ram hat das Buch gelesen. (Verb kongruiert mit किताब, F.sg)
  • मैंने खाना खाया। — ich(ERG) Essen(DIR.M.sg) essen(PERF.M.sg)
    Ich habe das Essen gegessen. (Verb kongruiert mit खाना, M.sg)
  • उसने मुझे देखा। — er/sie(OBL+ERG) mich(DAT/ko) sehen(PERF.M.sg-Default)
    Er/sie hat mich gesehen. (Objekt hat ko, daher Default M.sg)
  • बच्चों ने गाने गाए। — Kinder(OBL.pl+ERG) Lieder(DIR.M.pl) singen(PERF.M.pl)
    Die Kinder haben Lieder gesungen. (Verb kongruiert mit गाने, M.pl)

Personalpronomen und das T-V-System

Hindi verfügt über ein reiches System der persönlichen Anrede, das soziale Distanz kodiert. Es gibt drei Formen von 'du/Sie', die drei Ebenen von Vertrautheit und Förmlichkeit widerspiegeln:

· तू (tū) — intim / INT: verwendet bei sehr engen Familienmitgliedern, kleinen Kindern oder Tieren. Im Gespräch zwischen Erwachsenen kann es unhöflich oder übertrieben vertraut wirken, sofern die Beziehung nicht sehr eng ist. In der Lyrik und religiöser Sprache zur Gottesanrede üblich. · तुम (tum) — vertraut / FAM: verwendet bei Freunden, jüngeren Verwandten und Gleichgestellten oder Untergebenen. Dies ist die im Alltag am häufigsten verwendete Anredeform. · आप (āp) — ehrerbietig / HON: formal plural, wird aber für jede einzelne Person verwendet, der Respekt gebührt — Fremde, Ältere, Vorgesetzte, Lehrer. Auch die sichere Standardform, wenn man jemanden nicht gut kennt. Nimmt immer Pluralverbkongruenz an.

Subjektpronomen (Direktkasus):

PersonPronomenIASTObliquus
1sgमैंmaiṁमुझ (mujh)
2sg INTतूतुझ (tujh)
2sg FAMतुमtumतुम (tum)
2/3 HONआपāpआप (āp)
3sg nahयहyahइस (is)
3sg fernवहvahउस (us)
1plहमhamहम (ham)
3pl nahयेyeइन (in)
3pl fernवेveउन (un)

Hinweis. Hindi hat keine getrennten Pronomen für er/sie: यह und वह decken beides ab; das Genus zeigt sich nur in der Verbkongruenz. Aus dem Kontext wird der Bezug meist klar.

  • तुम कहाँ जा रहे हो? — du(FAM.2sg) wohin gehen(PROG.M.pl) AUX(FAM.2sg)
    Wohin gehst du? (zu einem Freund)
  • आप क्या काम करते हैं? — Sie(HON) was Arbeit(DIR) machen(HAB.M.pl) AUX(HON.pl)
    Was machen Sie beruflich? (höflich, zu einem Fremden oder Älteren)
  • वह मेरी दोस्त है। — sie(3sg.fern) mein(F.sg) Freundin(F) sein(3sg.PRÄS)
    Sie ist meine Freundin.

Verben – Überblick

Hindi-Verben werden aus einem Stamm plus Tempus-/Aspektendungen gebildet. Die Wörterbuchform — der Infinitiv — endet auf -nā: जाना (jānā, gehen), खाना (khānā, essen), पढ़ना (paṛhnā, lesen). Durch Weglassen von -nā erhält man den Stamm: जा-, खा-, पढ़-.

Die wichtigsten Tempus-Aspekt-Kombinationen:

KonstruktionMarkerBeispiel
Präsens habituellStamm + -tā/-tī/-te + होनापढ़ता है 'liest'
Präsens progressivStamm + rahā/rahī/rahe + होनापढ़ रहा है 'liest gerade'
Perfektiv (Vergangenheit)Stamm + -ā/-ī/-e (+ ne bei Transitiva)पढ़ा 'gelesen (abgeschlossen)'
FuturStamm + -gā/-gī/-ge (mit Personendungen)पढ़ेगा 'wird lesen'
Habituell VergangenheitStamm + -tā/-tī/-te + था/थी/थेपढ़ता था 'pflegte zu lesen'

Verbkongruenz. Hindi-Verben kongruieren mit ihrem Subjekt in Genus und Numerus — außer in ne-Konstruktionen (siehe ergative-ne), wo sie mit dem Objekt kongruieren.

Das Hilfsverb होना (sein) wird konjugiert und zur Bildung der meisten Tempora hinzugefügt. Seine Präsensformen sind: हूँ (1sg), है (3sg), हो (2FAM), हैं (HON/pl).

  • वह रोज़ पढ़ता है। — er(3sg) täglich lesen(HAB.M.sg) AUX(3sg.PRÄS)
    Er liest jeden Tag.
  • वह पढ़ रही है। — sie(3sg) lesen(PROG.F.sg) AUX(3sg.PRÄS)
    Sie liest gerade.
  • कल वह पढ़ेगी। — morgen sie(3sg) lesen(FUT.F.sg)
    Sie wird morgen lesen.

Das Verb 'sein' (होना)

होना (honā) ist das wichtigste Kopula- und Existenzverb. Seine Präsensformen sind unregelmäßig und müssen auswendig gelernt werden.

Präsens von होना:

Person / KontextFormIAST
1sg (मैं)हूँhūṁ
2sg INT (तू)हैhai
2sg FAM (तुम)होho
3sg / 2HON oder formalहैhai
1pl (हम)हैंhaiṁ
3pl / HON Pluralहैंhaiṁ

Vergangenheit von होना (kongruiert mit Subjekt in Genus und Numerus):

FormGenus/NumerusIAST
थाM.sgthā
थीF.sgthī
थेM.pl oder HONthe
थींF.plthīṁ

Verwendungen. होना drückt aus: (1) Identität oder Zustand (वह डॉक्टर है, 'sie ist Ärztin'), (2) Existenz und Ort (वह घर पर है, 'er ist zu Hause'), und (3) als Hilfsverb in zusammengesetzten Tempora (पढ़ रहा है, 'liest gerade'). Im Futur: होगा/होगी/होंगे (hogā/hogī/hoṁge).

  • मैं छात्र हूँ। — ich(1sg) Student(M.sg) sein(1sg.PRÄS)
    Ich bin Student.
  • वह घर पर नहीं है। — er/sie(3sg) Zuhause(OBL) LOC(par) NEG sein(3sg.PRÄS)
    Er/sie ist nicht zu Hause.
  • बच्चे बहुत खुश थे। — Kinder(M.pl) sehr glücklich(M.pl) sein(VERGANG.M.pl)
    Die Kinder waren sehr glücklich.

Präsens habituell (-tā hai)

Das Präsens habituell entspricht dem deutschen Präsens für wiederkehrende Handlungen ('ich lese', 'sie arbeitet', 'sie essen'). Es beschreibt wiederholte oder gewohnheitsmäßige Handlungen, allgemeine Wahrheiten und zeitlose Zustände.

Bildung: Verbstamm + -tā (M.sg) / -tī (F.sg) / -te (M.pl) + Präsensform von होना.

Die Stammendung kongruiert mit dem Subjekt in Genus und Numerus. Auch das Hilfsverb होना kongruiert.

पढ़ना (paṛhnā, 'lesen') — Präsens habituell

SubjektFormIAST
मैं (M)पढ़ता हूँpaṛhtā hūṁ
मैं (F)पढ़ती हूँpaṛhtī hūṁ
तू (M)पढ़ता हैpaṛhtā hai
तुम (M)पढ़ते होpaṛhte ho
आप / वह (M)पढ़ते / पढ़ता हैpaṛhte / paṛhtā hai
वह (F)पढ़ती हैpaṛhtī hai
हम (M)पढ़ते हैंpaṛhte haiṁ
वे / आप (M.pl)पढ़ते हैंpaṛhte haiṁ

Hinweis. आप (HON) nimmt immer Pluralverbkongruenz an: आप पढ़ते हैं, auch für eine Einzelperson.

  • मैं हर रोज़ चाय पीती हूँ। — ich(1sg.F) jeden Tag Tee(DIR) trinken(HAB.F.sg) AUX(1sg)
    Ich trinke jeden Tag Tee. (Frau spricht)
  • वह हिंदी बोलता है। — er(3sg) Hindi(DIR) sprechen(HAB.M.sg) AUX(3sg)
    Er spricht Hindi.
  • बच्चे स्कूल जाते हैं। — Kinder(M.pl) Schule(DIR) gehen(HAB.M.pl) AUX(3pl)
    Die Kinder gehen in die Schule.
  • क्या आप यहाँ काम करते हैं? — Q Sie(HON) hier Arbeit(DIR) machen(HAB.M.pl) AUX(HON.pl)?
    Arbeiten Sie hier?

Progressiv (rahā + honā)

Der Progressiv drückt eine Handlung aus, die zum Sprechzeitpunkt stattfindet ('liest gerade', 'essen gerade') oder um einen Bezugszeitpunkt herum im Gange ist.

Bildung: Verbstamm + rahā (M.sg) / rahī (F.sg) / rahe (M.pl) + Präsensform von होना.

Das rah-Element kongruiert wie der Habitualismarker mit dem Subjekt in Genus und Numerus. Das Hilfsverb folgt.

जाना (jānā, 'gehen') — Präsens progressiv

SubjektFormIAST
मैं (M)जा रहा हूँjā rahā hūṁ
मैं (F)जा रही हूँjā rahī hūṁ
तुम (M)जा रहे होjā rahe ho
वह (M)जा रहा हैjā rahā hai
वह (F)जा रही हैjā rahī hai
हम / वे (M)जा रहे हैंjā rahe haiṁ

Vergangenheitsprogressiv. Das होना-Hilfsverb wird durch seine Vergangenheitsform ersetzt: जा रहा था (M.sg), जा रही थी (F.sg), जा रहे थे (M.pl) — 'war am Gehen'.

  • वह खाना बना रही है। — sie(3sg) Essen(DIR) kochen(PROG.F.sg) AUX(3sg.PRÄS)
    Sie kocht gerade.
  • मैं पढ़ रहा था जब वह आई। — ich(1sg.M) lesen(PROG.M.sg) AUX(VERGANG.M.sg) als sie(3sg) kommen(PERF.F.sg)
    Ich las gerade, als sie ankam.
  • बच्चे खेल रहे हैं। — Kinder(M.pl) spielen(PROG.M.pl) AUX(3pl.PRÄS)
    Die Kinder spielen gerade.

Vergangenheit — Perfektiv

Das Perfektiv drückt eine abgeschlossene Vergangenheitshandlung aus. Es ist die häufigste Vergangenheitsform im Hindi. Wie im Ergativabschnitt erläutert, unterscheidet sich die Konstruktion bei intransitiven und transitiven Verben.

Intransitives Perfektiv. Das Verb kongruiert mit dem Subjekt. Bildung: Verbstamm + (M.sg) / (F.sg) / -e (M.pl) / -īṁ (F.pl). Das Hilfsverb होना ist im einfachen Präteritum optional, aber üblich.

Transitives Perfektiv (ne-Konstruktion). Der Agens erhält ne; das Verb kongruiert mit dem direkten Objekt (wenn nackt). Siehe Abschnitt zur Ergativkonstruktion für alle Details.

जाना (intransitiv) — Perfektiv

Subjekt (M)FormSubjekt (F)Form
मैंगयामैंगई
तुमगएतुमगई
आप/वहगए / गयावहगई
हम/वेगएवेगईं

(जाना hat im Perfektiv den unregelmäßigen Stamm ग-.)

खाना (transitiv) — Perfektiv mit ne

AgensFormHinweis
मैंनेखाया (M.sg Obj.)ich aß (Essen — M)
उसनेखाई (F.sg Obj.)er/sie aß (Roti — F)
हमनेखाए (M.pl Obj.)wir aßen (Äpfel — M.pl)
  • वह कल घर गई। — sie(3sg) gestern Hause(DIR) gehen(PERF.F.sg)
    Sie ist gestern nach Hause gegangen.
  • मैंने चाय पी। — ich(ERG) Tee(DIR.F.sg) trinken(PERF.F.sg)
    Ich habe Tee getrunken. (Verb kongruiert mit चाय, F.sg)
  • उन्होंने हिंदी सीखी। — sie(OBL.pl+ERG) Hindi(DIR.F.sg) lernen(PERF.F.sg)
    Sie haben Hindi gelernt.
  • हम सब मिले। — wir(1pl) alle treffen(PERF.M.pl)
    Wir haben uns alle getroffen.

Futur (-gā/-gī/-ge)

Das Futur wird gebildet, indem -gā/-gī/-ge/-geṁ direkt an einen modifizierten Stamm angehängt wird. Der verwendete Stamm ist derselbe wie der oblique Infinitivstamm (also der nackte Stamm für die meisten Verben; der Stamm verliert das -nā).

Bildung: Verbstamm + Futurendung. Die Endung kodiert zugleich Person/Numerus UND Genus des Subjekts:

जाना (jānā, 'gehen') — Futur

PersonM.sgF.sgM.plF.plIAST (M.sg)
1sg (मैं)जाऊँगाजाऊँगीjāūṁgā
2sg INT (तू)जाएगाजाएगीjāegā
2sg FAM (तुम)जाओगेजाओगीjāoge
2/3 HON (आप)जाएँगेजाएँगीjāeṁge
3sg (वह)जाएगाजाएगीjāegā
1pl (हम)जाएँगेजाएँगीjāeṁge
3pl (वे)जाएँगेजाएँगीjāeṁge

Das Futur hat kein separates Hilfsverb. Anders als Habitualis und Progressiv ist die Futurendung ein einziges verschmolzenes Wort. Genus/Numerus zeigt sich dennoch in der Endung: -gā (M.sg), -gī (F.sg), -ge oder -geṁ (pl/HON).

  • मैं कल आऊँगा। — ich(1sg.M) morgen kommen(FUT.M.sg)
    Ich werde morgen kommen. (Mann spricht)
  • वह परीक्षा पास करेगी। — sie(3sg) Prüfung(DIR) bestehen machen(FUT.F.sg)
    Sie wird die Prüfung bestehen.
  • हम साथ खाएँगे। — wir(1pl) zusammen essen(FUT.M.pl)
    Wir werden zusammen essen.

Konjugationsparadigmen im Präsens

Die zwei Hauptkonstruktionen im Präsens — Habitualis und Progressiv — folgen derselben Kongruenzlogik. Die folgende Tabelle zeigt beide nebeneinander für das Verb पढ़ना (paṛhnā, 'lesen', Stamm पढ़-) und veranschaulicht die Kongruenz für alle Personen und beide Genera.

Präsens habituell (पढ़ता/पढ़ती/पढ़ते + होना)

SubjektMaskulinumFemininum
मैं (ich)पढ़ता हूँपढ़ती हूँ
तू (INT)पढ़ता हैपढ़ती है
तुम (FAM)पढ़ते होपढ़ती हो
आप / वहपढ़ते हैं / पढ़ता हैपढ़ती हैं / पढ़ती है
हम (wir)पढ़ते हैंपढ़ती हैं
वे (sie)पढ़ते हैंपढ़ती हैं

Präsens progressiv (पढ़ रहा/रही/रहे + होना)

SubjektMaskulinumFemininum
मैंपढ़ रहा हूँपढ़ रही हूँ
तूपढ़ रहा हैपढ़ रही है
तुमपढ़ रहे होपढ़ रही हो
आप / वहपढ़ रहे हैं / पढ़ रहा हैपढ़ रही हैं / पढ़ रही है
हमपढ़ रहे हैंपढ़ रही हैं
वेपढ़ रहे हैंपढ़ रही हैं

Grundmuster. Der Habitualismarker -tā/-tī/-te und der Progressivmarker rahā/rahī/rahe kongruieren beide mit Genus und Numerus des Subjekts. Der Unterschied liegt im Aspekt: Habitualis für regelmäßige/wiederholte Handlungen, Progressiv für Handlungen, die gerade jetzt ablaufen.

  • मैं अखबार पढ़ता हूँ। — ich(1sg.M) Zeitung(DIR.M) lesen(HAB.M.sg) AUX(1sg)
    Ich lese die Zeitung. (Mann, gewohnheitsmäßig)
  • मैं अखबार पढ़ रहा हूँ। — ich(1sg.M) Zeitung(DIR.M) lesen(PROG.M.sg) AUX(1sg)
    Ich lese gerade die Zeitung. (Mann, im Moment)
  • वे लोग हिंदी सीखते हैं। — jene Leute(M.pl) Hindi(DIR) lernen(HAB.M.pl) AUX(3pl)
    Jene Leute lernen Hindi.
  • आप क्या पढ़ रहे हैं? — Sie(HON) was lesen(PROG.M.pl) AUX(HON.pl)?
    Was lesen Sie gerade?

Wollen + Verb (चाहना und चाहिए)

Hindi hat zwei wichtige Ausdrücke für Wunsch und Bedürfnis.

1. चाहना (cāhnā, 'wollen/wünschen') — wird wie ein normales Verb verwendet, wenn das Subjekt aktiv etwas tun möchte. Man verbindet das Subjekt mit dem Infinitiv (die -nā-Form) plus konjugiertem चाहना.

Muster: Subjekt + INF(-nā) + चाहना (konjugiert). 'Ich will gehen': मैं जाना चाहता हूँ (M) / मैं जाना चाहती हूँ (F).

चाहना konjugiert wie ein normales Verb; die Subjektkongruenz richtet sich nach dem Hauptsubjekt.

2. चाहिए (cāhie, 'wird benötigt / sollte') — ein unpersönlicher Ausdruck für Notwendigkeit oder schwache Verpflichtung. Es wird nicht konjugiert. Die Person, die etwas braucht/möchte, erhält ko (Dativ). Die benötigte Sache ist das grammatische Subjekt.

Muster: Person + ko + Ding/Handlung + चाहिए.

'Ich brauche Wasser': मुझे पानी चाहिए (mujhe pānī cāhie). 'Ich sollte gehen': मुझे जाना चाहिए (mujhe jānā cāhie). चाहिए bleibt unverändert, unabhängig von Person oder Numerus.

  • मैं सोना चाहती हूँ। — ich(1sg.F) schlafen(INF) wollen(HAB.F.sg) AUX(1sg)
    Ich möchte schlafen. (Frau spricht)
  • वह घर जाना चाहता है। — er(3sg) nach Hause gehen(INF) wollen(HAB.M.sg) AUX(3sg)
    Er möchte nach Hause gehen.
  • मुझे पानी चाहिए। — mir(DAT) Wasser(DIR) brauchen/wollen(unveränderlich)
    Ich brauche/möchte Wasser.
  • तुम्हें आराम करना चाहिए। — dir(FAM.DAT) ausruhen machen(INF) sollten(unveränderlich)
    Du solltest dich ausruhen.

Können + Verb (सकना)

Fähigkeit und Möglichkeit werden mit dem Verb सकना (saknā, 'in der Lage sein') ausgedrückt. Es ist ein Kompositumverb, das mit dem bloßen Stamm des Hauptverbs verwendet wird.

Bildung: Verbstamm + सक + Tempusendungen von सकना.

सकना selbst konjugiert mit denselben Habitualis-/Progressiv-/Futurendungen wie jedes andere Verb. Die vollständige Form kongruiert mit dem Subjekt.

Präsens habituell (kann): · वह जा सकता है — er kann gehen (M) · वह जा सकती है — sie kann gehen (F) · हम जा सकते हैं — wir können gehen

Perfektiv Vergangenheit (konnte / war in der Lage — intransitiv): · वह जा सका — er konnte gehen (M.sg) · वह जा सकी — sie konnte gehen (F.sg)

Futur (wird können): · वह जा सकेगा — er wird gehen können (M)

Verneinung. नहीं wird vor सकना gestellt: वह नहीं जा सकता — er kann nicht gehen. Oder: वह जा नहीं सकता (beide Wortstellungen sind natürlich).

  • मैं हिंदी बोल सकता हूँ। — ich(1sg.M) Hindi(DIR) sprechen können(HAB.M.sg) AUX(1sg)
    Ich kann Hindi sprechen.
  • क्या तुम कल आ सकते हो? — Q du(FAM.M) morgen kommen können(HAB.M.pl) AUX(FAM)?
    Kannst du morgen kommen?
  • वह तेज़ नहीं दौड़ सकती। — sie(3sg) schnell NEG laufen können(HAB.F.sg)
    Sie kann nicht schnell laufen.

Möchten + Verb (चाहेंगे / चाहेगी)

Für 'möchten' verwendet Hindi चाहना im Futur. Da das Futur im Hindi bereits eine Nuance höflicher Absicht trägt (insbesondere mit der HON-Form आप), ist dies die natürliche und bewährte Weise, höfliche Bitten und Angebote zu formulieren.

Muster: Subjekt + INF + चाहना (Futur). Das Futur von चाहना: चाहूँगा/चाहूँगी (1sg M/F), चाहोगे/चाहोगी (2FAM M/F), चाहेंगे/चाहेंगी (HON/3pl M/F).

In besonders formellen Kontexten kann कृपया (kṛpayā, bitte) der Bitte vorangestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit, einen Wunsch zu mildern, ist ज़रा (zarā, nur kurz) vor dem Verb, das Zurückhaltung ausdrückt: ज़रा बताइए 'könnten Sie mir bitte sagen?'.

  • मैं एक कप चाय लेना चाहूँगी। — ich(1sg.F) eine Tasse Tee(DIR) nehmen(INF) möchten(FUT.F.sg)
    Ich würde gerne eine Tasse Tee nehmen. (Frau spricht)
  • आप क्या खाना चाहेंगे? — Sie(HON) was essen(INF) möchten(FUT.M.pl)?
    Was würden Sie gerne essen?
  • हम आपसे मिलना चाहेंगे। — wir(1pl) Sie(HON.OBL+se) treffen(INF) möchten(FUT.M.pl)
    Wir würden Sie gerne treffen.

Nahe Zukunft / geplante Zukunft (वाला-Konstruktion)

Für eine unmittelbar bevorstehende oder geplante Handlung — 'gleich', 'im Begriff zu', 'kurz davor' — verwendet Hindi die -vālā-Konstruktion: obliker Infinitiv (-ne-Form) + वाला (vālā), das wie ein Adjektiv mit dem Subjekt in Genus und Numerus kongruiert.

Muster: Subjekt + INF(-ne) + वाला (M.sg) / वाली (F.sg) / वाले (M.pl) + होना.

Beispiel: 'Ich bin gleich am Gehen' = मैं जाने वाला हूँ (M) / मैं जाने वाली हूँ (F).

Eine verwandte Verwendung: INF + वाला + Nomen bedeutet 'derjenige, der X tut' oder 'bezogen auf X': पढ़ने वाला = 'der Lesende', खाने वाली चीज़ें = 'Dinge zum Essen'.

Einfaches Futur als 'wird'. Das Futur selbst trägt oft eine geplante-Zukunft-Bedeutung, wenn es mit einem Zeitadverb kombiniert wird (कल 'morgen', अगले हफ़्ते 'nächste Woche'). Die vālā-Konstruktion betont speziell die Unmittelbarkeit.

  • ट्रेन जाने वाली है। — Zug(F) gehen(INF-OBL) vāla(F.sg) AUX(3sg.PRÄS)
    Der Zug fährt gleich ab.
  • मैं सोने वाला था। — ich(1sg.M) schlafen(INF-OBL) vāla(M.sg) AUX(VERGANG.M.sg)
    Ich war gerade dabei einzuschlafen.
  • वह डॉक्टर बनने वाली है। — sie(3sg) Ärztin werden(INF-OBL) vāla(F.sg) AUX(3sg.PRÄS)
    Sie wird Ärztin werden.

Kompositumverben (Vektordverben)

Hindi macht ausgiebig Gebrauch von Kompositumverben (संयुक्त क्रिया, saṁyukt kriyā), bei denen dem Stamm eines Hauptverbs ein zweites 'Vektor'- oder 'leichtes' Verb folgt, das eine aspektuelle oder einstellungsbezogene Nuance hinzufügt. Das zweite Verb trägt die Konjugation; der Stamm des ersten Verbs bleibt unveränderlich.

Die häufigsten Vektoren sind:

VektorverbHinzugefügte Kernbedeutung
लेना (lenā)Handlung zum eigenen Nutzen abgeschlossen oder endgültig
देना (denā)Handlung für jemand anderen, oder mit Sinn von Geben/Erlauben
जाना (jānā)Handlung abgeschlossen mit Sinn von Weggehen / unwiderruflicher Veränderung
आना (ānā)allmähliches oder natürliches Eintreten
पड़ना (paṛnā)dem Subjekt aufgezwungene Handlung (Zwang)
उठना (uṭhnā)plötzlicher Beginn einer Handlung

Beispiele für Nuancen: · खाना = essen (neutral); खा लेना = aufessen / fertig essen (benefaktiv). · देखना = sehen; देख लेना = nachschauen (für sich selbst); देख देना = überprüfen/zeigen (für jemand anderen). · भूलना = vergessen; भूल जाना = völlig vergessen (unwiderruflich).

Auf dem Niveau A0–B1 sind lenā (kompletiv für sich selbst) und jānā (unwiderrufliche Veränderung) die nützlichsten. Der Vektor konjugiert im Tempus genau wie ein Hauptverb.

  • मैंने काम कर लिया। — ich(ERG) Arbeit(DIR) machen+nehmen(PERF.M.sg — kompletiv)
    Ich habe die Arbeit erledigt (für mich selbst / es ist getan).
  • वह चला गया। — er(3sg) gehen+weggehen(PERF.M.sg — unwiderruflicher Abgang)
    Er ist weggegangen (und kommt nicht zurück).
  • ज़रा बता दो। — nur sagen+geben(IMP — zu meinem Nutzen/um mir zu helfen)
    Sag es mir doch (tu es für mich).

Verneinung

Hindi hat drei wichtige Verneinungswörter, die jeweils in bestimmten Kontexten verwendet werden.

नहीं (nahīṁ) — der allgemeine Negator für Aussagen und die meisten Fragen. Er wird vor dem Hilfsverb in zusammengesetzten Tempora gestellt, oder vor dem Hauptverb, wenn kein Hilfsverb vorhanden ist. Dies ist bei weitem die häufigste Verneinung.

(na) — eine weichere oder literarischere Verneinung, auch in bestimmten festen Ausdrücken und der न ... न ('weder ... noch')-Konstruktion verwendet.

मत (mat) — ausschließlich für negative Imperative verwendet (Aufforderungen, etwas nicht zu tun). Nie in Aussagen verwendet.

Stellungsregeln: · Präsens habituell: Subjekt + Objekt + Verbstamm + -tā/tī/te + नहीं + AUX → वह हिंदी नहीं बोलता है (oder ohne है: वह हिंदी नहीं बोलता). · Progressiv: Subjekt + Objekt + Stamm + नहीं + rah-Form + AUX. · Mit Imperativen (FAM): Verbstamm + मत — जाओ = geh; मत जाओ = geh nicht.

  • मैं नहीं जानता। — ich(1sg.M) NEG wissen(HAB.M.sg)
    Ich weiß es nicht.
  • यहाँ मत बैठो। — hier NEG(IMP) setzen(IMP.FAM)
    Setz dich hier nicht hin.
  • वह न हाँ बोला न ना। — er(3sg) weder ja sagen(PERF.M.sg) noch nein
    Er sagte weder ja noch nein.

Fragen

Ja/Nein-Fragen werden gebildet, indem die Partikel क्या (kyā) ganz an den Satzanfang gestellt wird, ohne dass die Wortstellung geändert wird. Im gesprochenen Hindi werden Ja/Nein-Fragen auch nur durch steigende Intonation gebildet — क्या ist optional, aber gebräuchlich.

Ergänzungsfragen (W-Fragen) verwenden ein Fragewort an derselben Position wie das Wort, das es ersetzt. Hindi stellt Fragewörter nicht an den Satzanfang wie das Deutsche — sie bleiben an ihrer natürlichen SOV-Position.

Häufige Fragewörter:

WortIASTBedeutung
क्याkyāwas; auch Ja/Nein-Marker
कौनkaunwer
कहाँkahāṁwo
कबkabwann
क्योंkyoṁwarum
कैसेkaisewie
कितना/कितनीkitnā/kitnīwie viel / wie viele
कौन सा / कौन सीkaun sā / kīwelcher/welche

क्या ist mehrdeutig: Am Satzanfang stellt es eine Ja/Nein-Frage; innerhalb eines Satzes fragt es nach 'was'. Kontext und Intonation unterscheiden beide.

  • क्या आप हिंदी बोलते हैं? — Q Sie(HON) Hindi(DIR) sprechen(HAB.M.pl) AUX(HON.pl)?
    Sprechen Sie Hindi?
  • आप कहाँ रहते हैं? — Sie(HON) wo wohnen(HAB.M.pl) AUX(HON.pl)?
    Wo wohnen Sie?
  • यह क्या है? — dies was sein(3sg.PRÄS)?
    Was ist das?
  • वह कब आएगा? — er(3sg) wann kommen(FUT.M.sg)?
    Wann wird er kommen?

Plural der Nomen

Hindi-Plurale hängen vom Genus und vom Auslaut des Nomens ab. Die wichtigsten Muster:

Maskuline Nomen: · Endend auf (ा): Direktplural wechselt zu -e (े). लड़का → लड़के (Junge → Jungen), कमरा → कमरे (Zimmer → Zimmer). · Endend auf einem anderen Vokal als -ā oder auf einem Konsonanten: meist unverändert im Direktplural (aber Obliquusplural erhält -oṁ). कवि → कवि (Dichter → Dichter), आदमी → आदमी (Mann → Männer im dir.pl).

Feminine Nomen: · Endend auf (ी) oder -i (ि): erhalten -yāṁ (याँ). लड़की → लड़कियाँ (Mädchen → Mädchen), नदी → नदियाँ (Fluss → Flüsse). · Endend auf einem Konsonanten: erhalten -eṁ (ें). रात → रातें (Nacht → Nächte), किताब → किताबें (Buch → Bücher). · Endend auf (seltenes Femininum): erhalten -eṁ.

Obliquusplural (vor jeder Postposition): Alle Nomen (M und F) erhalten -oṁ am Direktplural-Stamm: लड़कों को (den Jungen), किताबों में (in den Büchern).

  • लड़का → लड़के, कमरा → कमरे — Junge → Jungen (M), Zimmer → Zimmer (M)
    maskuline -ā-Nomen wechseln im Direktplural zu -e
  • किताब → किताबें, रात → रातें — Buch → Bücher (F), Nacht → Nächte (F)
    feminine konsonantisch auslautende Nomen erhalten -eṁ
  • बच्चों को मिठाई दो। — Kinder(OBL.pl+DAT) Süßigkeiten(DIR) geben(IMP)
    Gib den Kindern Süßigkeiten. (Obliquusplural -oṁ vor ko)

Adjektivkongruenz

Variable Adjektive enden in ihrer Grundform auf (ा) und kongruieren mit ihrem Nomen in Genus und Numerus. Sie folgen demselben Muster wie maskuline Nomen: · M.sg: -ā → अच्छा (acchā) · M.pl oder M.Obliquus: -e → अच्छे (acche) · F (alle Formen): -ī → अच्छी (acchī)

Invariable Adjektive enden auf einen Konsonanten und verändern sich nicht: सुंदर (sundar, schön), साफ़ (sāf, sauber). Entlehnte Adjektive wie ज़रूरी (zarūrī, notwendig), die auf -ī enden, können sich in manchen Verwendungen als unveränderlich verhalten.

Prädikativ vs. attributiv. Ob das Adjektiv dem Nomen vorangeht (attributiv) oder dem Verb folgt (prädikativ), kongruiert es dennoch: वह लड़की अच्छी है (das Mädchen ist gut, F.sg).

Adjektive im Obliquus. Wenn ein variables Adjektiv ein obliques Nomen modifiziert, nimmt es die Obliquus-/M.pl-Form an: अच्छे लड़के को (dem guten Jungen), अच्छे कमरे में (im guten Zimmer).

  • अच्छा खाना / अच्छी रोटी / अच्छे बच्चे — gut(M.sg) Essen / gut(F.sg) Fladenbrot / gut(M.pl) Kinder
    gutes Essen / gutes Brot / gute Kinder
  • वह बड़े कमरे में रहती है। — sie(3sg) groß(M.OBL) Zimmer(OBL) LOC wohnen(HAB.F.sg) AUX(3sg)
    Sie wohnt in einem großen Zimmer. (Adjektiv im Obliquus vor Postposition)
  • यह फ़िल्म बहुत सुंदर है। — dieser Film(F) sehr schön(invariabel) sein(3sg.PRÄS)
    Dieser Film ist sehr schön.