Schwedisch Wesentliche Grammatik

In diesem Leitfaden verwendete Abkürzungen

Jedes Beispiel unten besteht aus drei Teilen: dem Originaltext, einer wörtlichen Glosse, die beschreibt, wie jedes Wort funktioniert, und einer natürlichen Übersetzung. Die Glossen verwenden einige Kurzbezeichnungen, damit sie kurz bleiben. Mach dir keine Sorgen, sie auswendig zu lernen — dies ist ein Nachschlagewerk, auf das du jederzeit zurückgreifen kannst.

Person und Numerus · 1sg / 2sg / 3sg — erste / zweite / dritte Person Singular (ich, du, er/sie/es) · 1pl / 2pl / 3pl — erste / zweite / dritte Person Plural (wir, ihr, sie)

Genus und Kasus · m / f / n — maskulin / feminin / neutral · sg / pl — Singular / Plural · m.sg — kombiniert: maskulin Singular (und ebenso f.pl, n.sg usw.) · NOM / ACC / GEN / DAT / INS / LOC — grammatische Fälle (Nominativ/Akkusativ/Genitiv/Dativ/Instrumental/Lokativ) — welche Rolle das Wort im Satz spielt

Tempus und Aspekt · PRES — Präsens · PRET — Präteritum (ein abgeschlossenes Ereignis in der Vergangenheit) · IMPF — Imperfekt (eine andauernde oder gewohnheitsmäßige Situation in der Vergangenheit) · FUT — Futur · PERF — Perfekt (eine abgeschlossene Handlung mit Gegenwartsbezug) · PROG — Verlaufsform (Handlung im Verlauf, z. B. bin am Essen) · COND — Konditional (würde…)

Modus · IND — Indikativ (gewöhnliche Aussage) · SUBJ — Konjunktiv (Unsicherheit, Wünsche, Zweifel) · IMP — Imperativ (Befehle) · INF — Infinitiv (Grundform: gehen, essen)

Sonstiges · REFL — reflexiv (Handlung an sich selbst: mich, dich) · PERS — persönliches a (nur Spanisch — kennzeichnet ein menschliches direktes Objekt) · HON — Höflichkeitsform (besonders höfliche Form, häufig im Japanischen/Koreanischen) · TOP / SUB / OBJ — Themen- / Subjekt- / Objektmarker (Japanisch, Koreanisch) · CL — Klassifikator (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch — ein Zählwort für Substantive) · NEG — Negation

Wortstellung: V2 im Hauptsatz, Verb-spät im Nebensatz

Schwedisch ist eine V2-Sprache: Im Hauptsatz muss das finite Verb an zweiter Stelle stehen, egal was davor kommt. Beginnt der Satz mit dem Subjekt, ergibt sich die einfache Reihenfolge Subjekt–Verb–Objekt. Wird ein Zeitausdruck, ein Objekt oder ein Adverb vorangestellt, springt das Subjekt direkt hinter das Verb (Inversion), damit das Verb an zweiter Stelle bleibt. In Nebensätzen (eingeleitet durch 'att' dass, 'eftersom' weil, 'om' ob/wenn, 'när' wenn/als) lautet die Reihenfolge Subjekt–Adverb–Verb: Jedes Satzadverb wie 'inte' (nicht) steht vor dem finiten Verb. Lernende merken sich das mit der BIFF-Regel: Im Bisats (Nebensatz) steht Inte Före (vor) dem Finita verbet.

  • Jag dricker kaffe på morgonen. — Ich trinke Kaffee am Morgen.
    Ich trinke morgens Kaffee.
  • På morgonen dricker jag kaffe. — Am Morgen trinke ich Kaffee.
    Morgens trinke ich Kaffee. (Inversion: das Verb bleibt an zweiter Stelle)
  • Jag stannar hemma eftersom jag inte mår bra. — Ich bleibe zu Hause weil ich nicht fühle gut.
    Ich bleibe zu Hause, weil ich mich nicht wohlfühle. (Nebensatz: 'inte' vor dem Verb)

Genus und Artikel: en / ett

Schwedische Substantive gehören zu einem von zwei Genera: en-Wörter (Utrum, gemeinsames Geschlecht, etwa 75 % der Substantive) und ett-Wörter (Neutrum). Das Genus ist meist nicht vorhersehbar, also lerne jedes Substantiv zusammen mit seinem Artikel: 'en bil' (ein Auto), 'ett hus' (ein Haus). Der unbestimmte Artikel ist das freie Wort en/ett, genau wie das deutsche ein/eine. Der bestimmte Artikel ('der/die/das') ist hingegen ein Suffix, das an das Ende des Substantivs angehängt wird, kein eigenes Wort: bil → bilen (das Auto), hus → huset (das Haus). Endet das Substantiv bereits auf einen Vokal, fügst du nur -n oder -t hinzu: flicka → flickan (das Mädchen), äpple → äpplet (der Apfel).

  • en bil — bilen — ein Auto — das Auto
    ein Auto — das Auto (en-Wort: bestimmtes Suffix -en)
  • ett hus — huset — ein Haus — das Haus
    ein Haus — das Haus (ett-Wort: bestimmtes Suffix -et)
  • Jag har en katt. Katten är svart. — Ich habe eine Katze. Katze-die ist schwarz.
    Ich habe eine Katze. Die Katze ist schwarz.

Pronomen: Subjekt, Objekt, Possessiv

Subjekt- und Objektpronomen sind unterschiedliche Wörter: jag/mig (ich/mich), du/dig (du/dich), han/honom (er/ihn), hon/henne (sie/sie), vi/oss (wir/uns), ni/er (ihr/euch), de/dem (sie/sie). Die unpersönlichen Pronomen 'den' (für en-Wörter) und 'det' (für ett-Wörter) bedeuten 'es' und bleiben als Subjekt und Objekt gleich. Gesprochen werden 'de' und 'dem' beide als 'dom' ausgesprochen, und viele schreiben informell 'dom'. Possessivpronomen richten sich nach Genus und Numerus des Besessenen: min/mitt/mina (mein), din/ditt/dina (dein), vår/vårt/våra (unser), er/ert/era (euer); aber hans (sein), hennes (ihr), dess (sein/ihr), und deras (ihr) ändern sich nie. Ein besonderes reflexives Possessivpronomen — sin/sitt/sina — wird verwendet, wenn der Besitzer das Subjekt desselben Satzes ist: 'Han älskar sin fru' = er liebt seine (eigene) Frau.

  • Jag ser dig. — Ich sehe dich.
    Ich sehe dich.
  • Det är min bok, inte din. — Es ist mein Buch, nicht dein.
    Es ist mein Buch, nicht deins. (min richtet sich nach dem en-Wort 'bok')
  • Han tar med sin hund. — Er nimmt mit REFL.POSS Hund.
    Er bringt seinen (eigenen) Hund mit. ('sin' = der eigene des Subjekts; 'hans hund' wäre der eines anderen)

Verbkonjugation: eine Form für jede Person

Hier die beste Nachricht der schwedischen Grammatik: Verben verändern sich nicht nach Person oder Numerus. 'Jag är', 'du är', 'han är', 'vi är', 'de är' — das Verb ist für ich, du, er, wir und sie identisch. Du lernst also pro Verb nur eine Präsensform, eine Vergangenheitsform und ein Supinum (die -t-Form nach 'har'). Regelmäßige Verben gliedern sich in vier Gruppen danach, wie sie die Vergangenheit bilden, und die unregelmäßigen 'starken' Verben (Gruppe 4) ändern stattdessen ihren Stammvokal. Vergleiche das sehr unregelmäßige 'vara' (sein): är (Präsens) / var (Vergangenheit) / varit (Supinum).

  • Jag är trött. Vi är trötta. — Ich bin müde. Wir sind müde.
    Ich bin müde. Wir sind müde. (das Verb 'är' ist für beide gleich)
  • Hon talar svenska. De talar svenska. — Sie spricht Schwedisch. Sie sprechen Schwedisch.
    Sie spricht Schwedisch. Sie sprechen Schwedisch. ('talar' ändert sich nie nach Person)
  • Du har en hund och jag har en katt. — Du hast einen Hund und ich habe eine Katze.
    Du hast einen Hund und ich habe eine Katze. ('har' ist für beide Subjekte identisch)

Präsens

Das Präsens wird durch Anhängen von -r oder -er an den Stamm gebildet und deckt sowohl 'ich arbeite' als auch 'ich bin am Arbeiten' ab — Schwedisch hat keine eigene Verlaufsform. Verben der Gruppe 1 fügen -ar an (jobba → jobbar), Gruppe 2 fügt -er an (ringa → ringer), Gruppe 3 fügt nur -r an (bo → bor), und Gruppe 4 (stark) fügt -er ohne Vokalwechsel im Präsens an (skriva → skriver). Einige häufige Verben sind im Präsens unregelmäßig: vara → är, ha → har, göra → gör, veta → vet, sowie die Modalverben vill, ska, kan, måste, får, bör.

  • Jag jobbar i Stockholm. — Ich arbeite in Stockholm.
    Ich arbeite in Stockholm. (Gruppe 1: jobba → jobbar)
  • Hon bor i ett gammalt hus. — Sie wohnt in einem alten Haus.
    Sie wohnt in einem alten Haus. (Gruppe 3: bo → bor)
  • Vad gör du nu? — Was machst du jetzt?
    Was machst du gerade? (keine eigene Verlaufsform; 'göra → gör' ist unregelmäßig)

Vergangenheit: Präteritum und Perfekt

Schwedisch hat zwei alltägliche Vergangenheitsformen. Das Präteritum (einfache Vergangenheit) nennt ein abgeschlossenes Ereignis, oft mit einem Zeitwort: 'ich arbeitete gestern'. Das Perfekt (har + Supinum) verbindet die Vergangenheit mit dem Jetzt oder lässt die Zeit offen: 'ich habe gearbeitet'. Das Supinum ist die besondere -t-Form, die nur nach har/hade verwendet wird und sich nie ändert. Gruppenendungen: Gruppe 1 Präteritum -ade / Supinum -at (jobbade / jobbat); Gruppe 2 -de oder -te / Supinum -t (ringde/ringt, läste/läst); Gruppe 3 -dde / -tt (bodde/bott); starke Verben der Gruppe 4 ändern den Vokal und nehmen das Supinum -it (skrev/skrivit, drack/druckit). Das Plusquamperfekt 'hade + Supinum' (hatte gearbeitet) ist die Vorvergangenheit.

  • Jag jobbade hela dagen igår. — Ich arbeitete ganzen Tag-den gestern.
    Ich habe gestern den ganzen Tag gearbeitet. (Präteritum: ein abgeschlossenes Ereignis)
  • Jag har bott i Sverige i tre år. — Ich habe gewohnt in Schweden für drei Jahre.
    Ich habe drei Jahre lang in Schweden gewohnt. (Perfekt: noch jetzt relevant)
  • Hon hade redan gått när jag kom. — Sie hatte schon gegangen als ich kam.
    Sie war schon gegangen, als ich ankam. (Plusquamperfekt: hade + Supinum)

Futur: ska, kommer att und das Präsens

Schwedisch hat keine eigene Futurform. Um über die Zukunft zu sprechen, verwendest du eine von drei Strategien. 'ska' + Infinitiv drückt Absicht oder Entscheidung aus ('ich werde / ich gehe vor zu'). 'kommer att' + Infinitiv drückt eine Vorhersage oder etwas aus, das einfach geschehen wird, oft ohne Zutun ('es wird regnen'). Und das schlichte Präsens funktioniert für geplante oder so gut wie sichere Ereignisse, meist mit einem Zeitwort ('der Zug fährt um drei'). Beachte: 'ska' nimmt einen reinen Infinitiv, aber 'kommer' braucht den Marker 'att'.

  • Jag ska resa till Spanien i sommar. — Ich werde reisen nach Spanien im Sommer.
    Ich werde diesen Sommer nach Spanien reisen. (Absicht)
  • Det kommer att regna i morgon. — Es kommt zu regnen morgen.
    Es wird morgen regnen. (Vorhersage; beachte 'att')
  • Tåget går klockan tre. — Zug-der geht Uhr drei.
    Der Zug fährt um drei. (Präsens für ein geplantes Ereignis)

Negation: inte und seine Stellung

Die Verneinung ist das einzelne Wort 'inte' (nicht); es gibt kein Äquivalent zum englischen 'do'. Der knifflige Teil ist die Stellung. Im Hauptsatz steht 'inte' nach dem finiten Verb: 'Jag dricker inte kaffe'. Nach einer Inversion folgt es weiterhin dem Verb: 'På morgonen dricker jag inte kaffe'. Im Nebensatz rückt 'inte' aber vor das finite Verb (die BIFF-Regel): 'att jag inte dricker kaffe'. Um 'irgendein/kein' zu verneinen, verwendest du 'ingen / inget / inga' (kein, keine), die sich wie Adjektive richten: 'ingen bil', 'inget hus', 'inga böcker'.

  • Jag förstår inte. — Ich verstehe nicht.
    Ich verstehe nicht. (Hauptsatz: 'inte' nach dem Verb)
  • Hon säger att hon inte kommer. — Sie sagt dass sie nicht kommt.
    Sie sagt, dass sie nicht kommt. (Nebensatz: 'inte' vor dem Verb)
  • Vi har ingen mjölk hemma. — Wir haben keine Milch zu Hause.
    Wir haben keine Milch zu Hause. ('ingen' richtet sich nach dem en-Wort 'mjölk')

Fragen: Inversion und Fragewörter

Eine Ja/Nein-Frage wird allein durch Inversion gebildet — stelle das finite Verb voran, dann das Subjekt, ohne Hilfswort: 'Dricker du kaffe?' (Trinkst du Kaffee?). Eine W-Frage beginnt mit einem Fragewort (frågeord), gefolgt von derselben Inversion Verb-dann-Subjekt: vad (was), vem (wer), var (wo), vart (wohin), när (wann), hur (wie), varför (warum) und das sich richtende 'vilken / vilket / vilka' (welcher). Da Schwedisch kein 'do' hat, verschwindet das englische 'do/does' einfach.

  • Talar du engelska? — Sprichst du Englisch?
    Sprichst du Englisch? (Inversion, kein Hilfsverb)
  • Var bor du? — Wo wohnst du?
    Wo wohnst du?
  • Vilken bok läser du? — Welches Buch liest du?
    Welches Buch liest du? ('vilken' richtet sich nach dem en-Wort 'bok')

Plural der Substantive: die fünf Deklinationen

Schwedische Substantive bilden ihren Plural mit einer von fünf Endungen, und die Endung hängt lose mit dem Genus zusammen. Die fünf Deklinationen sind: -or (die meisten en-Wörter auf -a: flicka → flickor), -ar (viele en-Wörter: bil → bilar), -er (viele en-Wörter, oft Lehnwörter: park → parker), -n (ett-Wörter auf einen Vokal: äpple → äpplen) und -∅ keine Endung (die meisten ett-Wörter auf einen Konsonanten: hus → hus, ett hus / flera hus). Der bestimmte Plural ('die Autos') fügt -na an en-Wörter an (bilarna) und -en/-a an ett-Wörter (husen, äpplena).

  • en flicka → tre flickor — ein Mädchen → drei Mädchen
    ein Mädchen → drei Mädchen (Deklination 1: -or)
  • en bil → många bilar → bilarna — ein Auto → viele Autos → Autos-die
    ein Auto → viele Autos → die Autos (Deklination 2: -ar, bestimmt -arna)
  • ett hus → flera hus → husen — ein Haus → mehrere Häuser → Häuser-die
    ein Haus → mehrere Häuser → die Häuser (Deklination 5: keine Pluralendung)

Adjektivkongruenz und doppelte Bestimmtheit

Adjektive richten sich nach Genus und Numerus des Substantivs. In der unbestimmten Form gibt es drei Gestalten: die bloße Form bei en-Wörtern (en stor bil), Anfügen von -t bei ett-Wörtern (ett stort hus), Anfügen von -a im Plural (stora bilar). In der bestimmten Form nutzt Schwedisch die 'doppelte Bestimmtheit': Du setzt den freien Artikel den/det/de davor, stellst das Adjektiv in seine -a-Form und behältst das bestimmte Suffix am Substantiv: 'den stora bilen', 'det stora huset', 'de stora bilarna'. Die Bestimmtheit wird also zweimal markiert — einmal durch den/det/de und einmal durch die Substantivendung.

  • en stor bil — ett stort hus — stora bilar — ein großes Auto — ein großes Haus — große Autos
    ein großes Auto — ein großes Haus — große Autos (unbestimmt: -∅ / -t / -a)
  • den stora bilen — das große Auto-das
    das große Auto (bestimmt: den + Adjektiv-a + Substantiv-bestimmt — zweimal markiert)
  • Jag köpte ett rött äpple och de gröna äpplena. — Ich kaufte einen roten Apfel und die grünen Äpfel-die.
    Ich kaufte einen roten Apfel und die grünen Äpfel. (rött richtet sich nach dem ett-Wort; de gröna äpplena ist bestimmter Plural)

Der Genitiv: -s, kein Apostroph

Besitz wird angezeigt, indem man direkt -s an den Besitzer anhängt, ohne Apostroph (anders als im Englischen): 'Annas bok' (Annas Buch), 'Sveriges huvudstad' (Schwedens Hauptstadt), 'barnens leksaker' (das Spielzeug der Kinder). Das Besessene steht in seiner bloßen, unbestimmten Form, auch wenn die Phrase insgesamt bestimmt ist: 'min systers bil' = das Auto meiner Schwester (nicht 'bilen'). Endet der Name des Besitzers bereits auf -s, -x oder -z, fügst du gar nichts an, und nur der Kontext (oder in der Schrift manchmal ein Apostroph) zeigt den Genitiv: 'Lars bok' (Lars' Buch).

  • Annas bok ligger på bordet. — Annas Buch liegt auf Tisch-dem.
    Annas Buch liegt auf dem Tisch. (Genitiv -s, kein Apostroph)
  • Vad är Sveriges huvudstad? — Was ist Schwedens Hauptstadt?
    Was ist die Hauptstadt Schwedens?
  • Det är min brors hus. — Es ist mein Bruders Haus.
    Es ist das Haus meines Bruders. (das besessene Substantiv bleibt unbestimmt: 'hus', nicht 'huset')

Partikelverben und reflexive Verben

Viele schwedische Verben verbinden sich mit einer kleinen betonten Partikel, die die Bedeutung verändert, ähnlich dem englischen 'turn off' oder 'give up': 'tycka om' (mögen), 'stänga av' (ausschalten), 'känna igen' (wiedererkennen), 'gå sönder' (kaputtgehen). Anders als im Deutschen wird die Partikel nicht vorangestellt — sie bleibt als eigenes Wort direkt nach dem Verb und trägt die Hauptbetonung. Reflexive Verben verwenden das Objektpronomen für sich selbst: mig, dig, sig, oss, er, sig — beachte das besondere 'sig' der dritten Person für han/hon/den/det/de. Häufige Beispiele: 'tvätta sig' (sich waschen), 'känna sig' (sich fühlen), 'gifta sig' (heiraten), 'sätta sig' (sich setzen).

  • Jag tycker om dig. — Ich mag PRT dich.
    Ich mag dich. (Partikelverb 'tycka om'; die Betonung liegt auf 'om')
  • Kan du stänga av lampan? — Kannst du ausschalten Lampe-die?
    Kannst du die Lampe ausschalten? (Partikel 'av' bleibt getrennt nach dem Verb)
  • Han känner sig trött. — Er fühlt REFL müde.
    Er fühlt sich müde. (reflexiv 'känna sig', 'sig' in der dritten Person)

PRÄSENS: die vier Konjugationsgruppen

Jedes regelmäßige schwedische Verb gehört zu einer von vier Gruppen, und die Gruppe bestimmt auch alle übrigen Formen. Da sich das Verb nie nach Person ändert, genügt eine Zeile pro Gruppe. Geh vom Infinitiv aus (der Form nach 'att') und bilde das Präsens:

GruppeInfinitivPräsensPräteritumSupinum
1 (-ar)att tala (sprechen)talartaladetalat
2a (-er, stimmhaft)att ringa (anrufen)ringerringderingt
2b (-er, stimmlos)att läsa (lesen)läserlästeläst
3 (-r)att bo (wohnen)borboddebott
4 (stark)att skriva (schreiben)skriverskrevskrivit

Gruppe 1 ist mit Abstand die größte und der Standard für neue Verben (jobba, prata, titta, fråga). Gruppe 2 teilt sich danach, ob der Stamm auf einen stimmhaften oder stimmlosen Konsonanten endet, was über -de vs. -te in der Vergangenheit entscheidet. Verben der Gruppe 3 sind kurz und enden auf einen betonten Vokal (bo, tro, sy, by). Gruppe 4 sind die unregelmäßigen 'starken' Verben, die in der Vergangenheit den Stammvokal ändern (skriva → skrev, dricka → drack, springa → sprang). Denk daran: Das Präsens ist für jag, du, han, hon, vi, ni und de gleich.

  • Jag talar tre språk. — Ich spreche drei Sprachen.
    Ich spreche drei Sprachen. (Gruppe 1: tala → talar)
  • Hon ringer sin mamma varje dag. — Sie ruft an ihre Mama jeden Tag.
    Sie ruft jeden Tag ihre Mama an. (Gruppe 2a: ringa → ringer)
  • Vi bor i Göteborg. — Wir wohnen in Göteborg.
    Wir wohnen in Göteborg. (Gruppe 3: bo → bor)
  • Han skriver ett brev. — Er schreibt einen Brief.
    Er schreibt einen Brief. (Gruppe 4 stark: skriva → skriver)
  • De läser tidningen på morgonen. — Sie lesen Zeitung-die am Morgen.
    Sie lesen morgens die Zeitung. (Gruppe 2b: läsa → läser)

VILJA + Infinitiv (wollen)

Um zu sagen, dass du etwas tun willst, verwendest du das Modalverb 'vilja' (wollen), gefolgt von einem bloßen Infinitiv — kein 'att' dazwischen. 'Vilja' ist unregelmäßig: Sein Präsens ist 'vill' (für jede Person gleich), die Vergangenheit ist 'ville', das Supinum ist 'velat'. Vorsicht: 'vill' bedeutet 'wollen', nicht das englische 'will' (Zukunft) — ein klassischer falscher Freund für Englischsprecher. Um eine Sache (ein Substantiv) statt einer Handlung zu wollen, verwendest du 'vill ha' (wörtlich 'haben wollen'): 'Jag vill ha en kaffe' = Ich hätte gern einen Kaffee.

FormSchwedischDeutsch
Infinitivatt viljawollen
Präsensvillwill/wollen
Präteritumvillewollte
Supinumvelatgewollt

Beachte den bloßen Infinitiv nach vill: 'Jag vill resa' (Ich will reisen), nie 'Jag vill att resa'.

  • Jag vill lära mig svenska. — Ich will lernen REFL Schwedisch.
    Ich will Schwedisch lernen. (vill + bloßer Infinitiv; reflexiv 'lära sig')
  • Vill du dansa? — Willst du tanzen?
    Willst du tanzen? (Inversion für die Frage)
  • Jag vill ha en kopp kaffe, tack. — Ich will haben eine Tasse Kaffee, danke.
    Ich hätte gern eine Tasse Kaffee, bitte. ('vill ha', um eine Sache zu wollen)
  • Hon ville inte komma. — Sie wollte nicht kommen.
    Sie wollte nicht kommen. (Vergangenheit 'ville'; 'inte' nach dem Verb)
  • Vi har alltid velat resa till Japan. — Wir haben immer gewollt reisen nach Japan.
    Wir wollten schon immer nach Japan reisen. (Supinum 'velat' nach 'har')

KOMMER ATT + Infinitiv (werden)

Um vorherzusagen, dass etwas geschehen wird — eine Prognose, eine Erwartung, ein Ergebnis, das niemand wählt — verwendet Schwedisch 'kommer att' + Infinitiv. Anders als die übrigen Modalverben behält diese Konstruktion den Infinitivmarker 'att'. Sie steht im Gegensatz zu 'ska', das eine Entscheidung oder Absicht ausdrückt; 'kommer att' ist neutraler und vorhersagend. In der Alltagssprache wird das 'att' oft verschluckt und kaum gehört, doch in der Schrift solltest du es beibehalten.

KonstruktionVerwendungBeispiel
ska + InfinitivAbsicht, PlanJag ska träna i morgon.
kommer att + InfinitivVorhersage, PrognoseDet kommer att bli kallt.
Präsens + Zeitwortgeplante TatsacheBussen går kl. 8.

Das finite Verb ist hier 'kommer' (Präsens von 'komma'), das sich nie nach Person ändert.

  • Det kommer att bli en fin dag. — Es kommt zu werden ein schöner Tag.
    Es wird ein schöner Tag werden. (Vorhersage; beachte 'att')
  • Du kommer att klara provet. — Du kommst zu bestehen Prüfung-die.
    Du wirst die Prüfung bestehen. (zuversichtliche Prognose)
  • Jag tror att det kommer att regna. — Ich glaube dass es kommt zu regnen.
    Ich glaube, es wird regnen. (innerhalb eines Nebensatzes)
  • Vi kommer att flytta nästa år. — Wir kommen zu umziehen nächstes Jahr.
    Wir werden nächstes Jahr umziehen.
  • De kommer inte att hinna. — Sie kommen nicht zu schaffen-es.
    Sie werden es zeitlich nicht schaffen. ('inte' zwischen 'kommer' und 'att')

HAR + Supinum (Perfekt)

Das Perfekt (Präsensperfekt) wird mit dem Präsens-Hilfsverb 'har' plus dem Supinum gebildet — der besonderen -t-Form des Verbs, die nur mit har/hade verwendet wird und sich mit nichts richtet. Es beschreibt eine vergangene Handlung mit Gegenwartsbezug oder ein vergangenes Ereignis ohne genannte Zeit. Ersetze 'har' durch 'hade', um das Plusquamperfekt zu erhalten ('hatte getan').

GruppeInfinitivSupinumPerfekt
1talatalathar talat
2ringa / läsaringt / lästhar ringt / har läst
3bobotthar bott
4 (stark)skriva / drickaskrivit / druckithar skrivit / har druckit

Wichtige starke Supina zum Auswendiglernen: vara → varit, ha → haft, göra → gjort, gå → gått, få → fått, se → sett, ta → tagit, komma → kommit, säga → sagt. Das Supinum ist unveränderlich: 'jag har skrivit', 'vi har skrivit', 'breven har skrivits' — dieselbe -it-Form.

  • Jag har redan ätit. — Ich habe schon gegessen.
    Ich habe schon gegessen. (Supinum 'ätit' des starken Verbs 'äta')
  • Har du sett min telefon? — Hast du gesehen mein Telefon?
    Hast du mein Telefon gesehen? (Supinum 'sett'; Inversion für die Frage)
  • Vi har bott här i tio år. — Wir haben gewohnt hier für zehn Jahre.
    Wir wohnen seit zehn Jahren hier. (Gruppe-3-Supinum 'bott')
  • Hon har gjort sina läxor. — Sie hat gemacht ihre Hausaufgaben.
    Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht. (unregelmäßiges Supinum 'gjort')
  • Tåget hade redan gått. — Zug-der hatte schon gegangen.
    Der Zug war schon abgefahren. (Plusquamperfekt: hade + Supinum 'gått')

SKULLE VILJA + Infinitiv (möchten)

Für einen höflichen oder hypothetischen Wunsch — 'ich möchte…' — staffelt Schwedisch zwei Modalverben: 'skulle vilja' + bloßer Infinitiv. 'Skulle' ist die Vergangenheitsform von 'ska' und funktioniert wie das deutsche 'würde'; gefolgt von 'vilja' mildert es 'wollen' zu 'möchten' ab. Füge 'gärna' (gern) für zusätzliche Wärme hinzu: 'Jag skulle gärna vilja…'. Um sich eine Sache zu wünschen, beendest du den Satz mit 'ha': 'Jag skulle vilja ha…' = Ich hätte gern…

PhraseRegisterBedeutung
Jag vill ha…neutral / direktIch will…
Jag skulle vilja ha…höflichIch hätte gern…
Jag skulle gärna vilja ha…sehr höflichIch hätte wirklich gern…

'Skulle' allein + Infinitiv bildet auch den einfachen Konditional: 'Jag skulle resa om jag hade pengar' = Ich würde reisen, wenn ich Geld hätte.

  • Jag skulle vilja boka ett bord. — Ich würde wollen buchen einen Tisch.
    Ich möchte einen Tisch reservieren. (skulle vilja + bloßer Infinitiv)
  • Jag skulle vilja ha en kopp te. — Ich würde wollen haben eine Tasse Tee.
    Ich hätte gern eine Tasse Tee. (sich eine Sache wünschen: + 'ha')
  • Vi skulle gärna vilja träffa dig. — Wir würden gern wollen treffen dich.
    Wir würden dich wirklich gern treffen. ('gärna' fügt Wärme hinzu)
  • Skulle du vilja dansa? — Würdest du wollen tanzen?
    Möchtest du tanzen? (höfliche Einladung, Inversion)
  • Jag skulle resa om jag hade tid. — Ich würde reisen wenn ich hätte Zeit.
    Ich würde reisen, wenn ich Zeit hätte. ('skulle' allein = Konditional)

Verlaufsform: hålla på att und Verb + och + Verb

Schwedisch hat keine -ing-Form, das Präsens deckt also bereits 'ich bin am Arbeiten' ab. Wenn du wirklich betonen willst, dass eine Handlung im Gange ist, gibt es zwei idiomatische Konstruktionen. 'hålla på att' + Infinitiv bedeutet 'gerade dabei sein zu tun': 'Jag håller på att laga mat' = Ich bin (gerade) am Kochen. Eine im Gesprochenen sehr häufige Alternative koppelt ein Haltungsverb (sitta, stå, ligga) mit 'och' + einem zweiten Verb in derselben Zeitform: 'Han sitter och läser' = er liest (im Sitzen). Beide Formen fügen dem schlichten Präsens oder Präteritum einfach den Sinn anhaltender Tätigkeit hinzu.

  • Jag håller på att laga mat. — Ich halte an zu kochen Essen.
    Ich bin (gerade) am Kochen. (hålla på att + Infinitiv)
  • Vänta, jag håller på att klä på mig. — Warte, ich halte an zu anziehen REFL.
    Warte, ich ziehe mich gerade an. (Handlung deutlich im Gange)
  • Han sitter och läser en bok. — Er sitzt und liest ein Buch.
    Er liest ein Buch. (Haltungsverb + och + Verb)
  • Barnen ligger och sover. — Kinder-die liegen und schlafen.
    Die Kinder schlafen. (beide Verben im Präsens)
  • Vi stod och väntade på bussen. — Wir standen und warteten auf Bus-den.
    Wir warteten auf den Bus. (das Muster funktioniert auch in der Vergangenheit)

KUNNA + Infinitiv (können)

'Kunna' ist das Modalverb für Fähigkeit und Möglichkeit — deutsch 'können' — und wie jedes Modalverb folgt ihm ein bloßer Infinitiv (kein 'att'). Sein Präsens ist das unregelmäßige 'kan' (für alle Personen identisch), die Vergangenheit ist 'kunde', das Supinum 'kunnat'. 'Kunna' deckt auch 'eine Fertigkeit oder Sprache beherrschen' ab: 'Jag kan svenska' (Ich kann Schwedisch), wobei es sogar ohne folgendes Verb stehen kann.

FormSchwedischDeutsch
Infinitivatt kunnakönnen
Präsenskankann
Präteritumkundekonnte
Supinumkunnatgekonnt

Die übrigen Kernmodalverben verhalten sich genauso (bloßer Infinitiv): måste (müssen), får (dürfen), bör (sollten), ska (werden/sollen), vill (wollen).

  • Kan du hjälpa mig? — Kannst du helfen mir?
    Kannst du mir helfen? (kan + bloßer Infinitiv; Inversion)
  • Jag kan inte komma i kväll. — Ich kann nicht kommen heute Abend.
    Ich kann heute Abend nicht kommen. ('inte' direkt nach dem Modalverb)
  • Hon kan tala fyra språk. — Sie kann sprechen vier Sprachen.
    Sie kann vier Sprachen sprechen.
  • Jag kan svenska. — Ich kann Schwedisch.
    Ich kann Schwedisch. ('kunna' = eine Fertigkeit/Sprache beherrschen, kein folgendes Verb)
  • Vi kunde inte hitta huset. — Wir konnten nicht finden Haus-das.
    Wir konnten das Haus nicht finden. (Vergangenheit 'kunde')

Modalverben im Überblick (bloßer Infinitiv)

Schwedische Modalverben teilen zwei Merkmale: Sie sind im Präsens unregelmäßig (eine Form für alle Personen) und nehmen einen bloßen Infinitiv ohne 'att'. Lerne die Präsensformen — sie sind die, die du ständig verwendest:

Modalverb (Infinitiv)PräsensBedeutungBeispiel
kunnakankönnenJag kan simma.
viljavillwollenJag vill sova.
skolaskawerden, sollen (Absicht)Jag ska gå nu.
måstemåstemüssenJag måste jobba.
fårdürfenFår jag fråga?
börabörsolltenDu bör vila.

'måste' ist im Präsens und Infinitiv gleich. Die Verneinung fügt einfach 'inte' nach dem Modalverb ein: 'Du får inte röka här' (du darfst hier nicht rauchen). Achte auf die falschen Freunde: 'vill' = wollen (nicht das englische 'will'), und 'får' = dürfen/bekommen (nicht das schwedische 'far', Vater).

  • Jag måste gå nu. — Ich muss gehen jetzt.
    Ich muss jetzt gehen. (måste + bloßer Infinitiv)
  • Får jag sitta här? — Darf ich sitzen hier?
    Darf ich hier sitzen? (får = dürfen; Inversion)
  • Du bör dricka mer vatten. — Du solltest trinken mehr Wasser.
    Du solltest mehr Wasser trinken. (bör = sollten)
  • Vi får inte glömma biljetterna. — Wir dürfen nicht vergessen Karten-die.
    Wir dürfen die Tickets nicht vergessen. ('inte' nach dem Modalverb)
  • Ska vi gå på bio? — Sollen wir gehen ins Kino?
    Sollen wir ins Kino gehen? (ska = Vorschlag/Absicht)